Muss man wissen

Nazis waren LINKS

Vorwort

Wir distanzieren uns ausdrücklich von dem verbrecherischen Unrechtsregime der Nazi-Diktatur. Die hier aufgeführten und historisch relevanten Quellen dienen nur der wissenschaftlichen Recherche.  Bei diesem Artikel soll es um die Frage gehen, ob Hitler und die Nazis Sozialisten waren, Sozialismus wollten und sozialistische Politik betrieben.

Nazis waren linke Sozialisten

 

Inhaltsverzeichnis: 

  1. Gründer der Nazisbewegung: Der Sozialist Anton Drexler
  2. Drexler wollte Sozialismus, jedoch mit christlichem Vorzeichen
  3. Hitlers linke Anfänge bei den (nationalen) Sozialisten
  4. Das linke Wahlprogramm der Nationalsozialisten
  5. „Genosse”: Ein typischer Begriff der Linken
  6. Nationaler Sozialismus: Sozialismus für das eigene Volk
  7. Hitler wollte den Kapitalismus überwinden und einen sozialistischen Staat errichten
  8. Josef Goebbels: Ein glühender Sozialist und Lenin-Fan
  9. Der Nationalsozialismus: Eine linke Ideologie
     
    FAQ
     
  10. Geht es dem Sozialismus um die Macht des Volkes anstelle eines Diktators? 
  11. Ist politischer Personenkult links?
  12. Kann Rassenwahn und der Hass gegenüber anderen Völkern überhaupt links sein? 
  13. Ging es den Nazis gar nicht um Antikapitalismus sondern nur um die Enteignung von Juden? 
  14. Hat Hitler Politik für das reiche Bürgertum und für Industrielle gemacht? 
  15. Hat sich Hitler einem linken Flügel in der NSDAP entledigt? 
  16. Wieso bezeichnet man Nazis als rechts? 
  17. Spielte der Begriff „National“ im Namen der Partei eine wichtigere Rolle als der Begriff „Sozialismus“?
  18. Woher kommt der Begriff „rechtsextrem“, obwohl Hitler ein Linker war? 
  19. Was verstehen man unter dem Begriff Sozialismus? 
  20. Warum wurden Kommunisten und Sozialisten in der NS-Zeit verhaftet und teilweise ermordet?
  21. Spielte bei den Nazis der Rassismus eine größte Rolle als der Sozialismus? 
  22. Waren die Nazis gegen einen Gleichheitsgedanken?
  23. Die Nazis wollten Privateigentum nicht verbieten. Sind sie deshalb keine Sozialisten / Linke? 
  24. Warum standen die Nazis dem Marxismus feindselig gegenüber? 
  25. Haben die Nazis alle Gewerkschaften gleich nach der Machtübernahme zerschlagen? 
  26. Haben die Nazis nur über Sozialismus geredet, dem keine Taten folgten? 
  27. Besteht wirklich Einigkeit bei Politikern, Zeitzeugen und Historikern, dass die Nazis angeblich rechts waren? 

 

1. Gründer der Nazisbewegung: Der Sozialist Anton Drexler

Die NSDAP (Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei) hieß vor der Namensumbenennung DAP (Deutsche Arbeiterpartei). Sie wurde von dem Sozialisten Anton Drexler gegründet.

Deutsche Arbeiterpartei DAPNSDAP - Nationalsozialistische Arbeiterpartei

 

Drexler war auch Vorsitzender der NSDAP, bis Hitler den Vorsitz übernahm.

Anton Drexler - Begründer DAP später NSDAP

Drexler förderte Hitler in der damals noch kleinen nationalsozialistischen Bewegung. Er galt als Hitlers Mentor.

2. Drexler wollte Sozialismus, jedoch mit christlichem Vorzeichen

Anton Drexler schrieb in seiner Veröffentlichung „Mein politisches Erwachen; aus dem Tagebuch eines deutschen sozialistischen Arbeiters:  „Ich machte nie Hehl aus meiner sozialistischen Gesinnung …” Und weiter heißt es im Kapitel 13.  „Ausbeuter und Ausgebeutete” : „Es gibt eine Parole, die euch zusammenführt und die heißt: „Sozialismus und Kommunismus im Geiste Christi …”.  

Mein politisches Erwachen

Warum Sozialismus und Kommunismus im Geiste Christi?

Mögliche Begründung: Im Christentum gibt es, so wie im Sozialismus auch, einen Antagonismus gegenüber Kapitalismus und gegenüber Reichen. Zudem sollen Unterprivilegierte und Arme, wie ebenfalls im Sozialismus, Hilfe erfahren. (Quelle / Quelle / Quelle)

Ggf. kommt hinzu, dass der Religionshass der Marxisten, Drexler zuwiderlief und er seine Partei von den Marxisten abgrenzen wollte. Drexler wollte Sozialismus und Kommunismus mit christlichem Vorzeichen. Also genau das, was Marxisten nicht wollten. Marxisten forderten die Aufhebung der Religion (Quelle).  

In der derselbigen Schrift Drexlers, gibt es noch mehr Belege für seine sozialistische Gesinnung, z. B. wenn es um den „Kampf für die Arbeiter“,  die „Aufhebung der Klassen“ oder die „Errichtung eines sozialistischen Volkes“ geht.). Auch die linke Politik Hitlers und die der Nazis waren darauf ausgerichtet, Kapitalismus zu bekämpfen, Armutsbekämpfung zu betreiben und das deutsche Volk zum Sozialismus zu führen, wie in weiteren Ausführungen dieses Artikels belegt wird. 

3. Hitlers linke Anfänge bei den (nationalen) Sozialisten
 

Adolf Hitler
Hitler fühlte sich zu dem Gedankengut der frühen NSDAP hingezogen. Den ersten Kontakt zur NSDAP (bzw. vor der Namensumbenennung DAP) hatte Hitler, als Gottfried Feder (später Staatssekretär im Reichsministerium für Wirtschaft) im Bayrischen Sterneckerbräu über das Thema „Wie und mit welchen Mitteln beseitigt man den Kapitalismus?“ referierte  (Quelle).

Gottfried Feder - Kampf gegen die Hochfinanz
Hitler berichtete in seinem Buch „Mein Kampf“, wie sehr ihn Gottfrieds Feders Vortrag beeindruckte und ihn zur folgenden Überzeugung brachte: „Der Kampf gegen das internationale Finanz- und Leihkapital ist zum wichtigsten Programmpunkt des Kampfes der deutschen Nation um ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit und Freiheit geworden.”

4. Das linke Wahlprogramm der Nationalsozialisten

Auch im Laufe der Geschichte der NSDAP kommen die sozialistischen Wurzeln zum Vorschein. Z. B. in dem 25 Punkte Wahlprogramm der NSDAP, wo man von Grund- und Boden-Enteignungen, Verstaatlichungen von Trusts, Gewinnbeteiligung an Großbetrieben, Kommunalisierung der Warenhäuser, die Brechung einer Zinsknechtschaft, Ersatz der materialistischen Weltordnung, Todesstrafe für Wucher und Schieber, Gemeinnutz vor Eigennutz, Stärkung des Staatsapparates spricht. Dies sind alles  deutlich sozialistische Forderungen.

Parteitag Nationalsozialisten

5. „Genosse”: Ein typischer Begriff der Linken

Die Nazis haben sich untereinander Genossen (Parteigenossen) genannt.

NSDAP Genossen
Es ist ein typischer Begriff linker Parteien und geht auf die SAP (Sozialistische Arbeiterpartei) zurück, die 1875 gegründet wurde (Quelle). Nach der Umbenennung 1890 hieß sie dann SPD (bis heute).

Sozialisten

6. Nationaler Sozialismus: Sozialismus für das eigene Volk

Die SPD war 1919-1920 in der Regierung. In dieser Phase stellte sie umfassende sozialistische Forderungen auf und wollte sich für das Wohl des Arbeiters einsetzen. Der Gründer der NSDAP, Anton Drexler, prangerte aber an, dass sich die Situation von Arbeitern nicht sonderlich verbesserte, trotz der Versprechungen der regierenden Politiker. 

Gründer Nationalsozialismus
Anton Drexler bemängelte, dass die Regierung die Interessen anderer Länder zu stark berücksichtige und empfand dies als Verrat, da für ihn das eigene Volk zu kurz kam.
 
Armut in der Weimarer Republik
Er wollte, dass sich der Sozialismus an den nationalen Interessen orientiert (deshalb auch der Begriff  „nationalsozialistisch“ später im Namen der Partei). Dies erklärt auch die allgemeine Opposition der Nazis zum Marxismus, der sich mehr international ausrichtete („Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“).
 
NSDAP Sozialismus Wochenblatt Adolf HitllerBild: NSDAP Wochenblatt von 1939

7. Hitler wollte den Kapitalismus überwinden und einen sozialistischen Staat errichten

Frühe Zeitzeugenberichte bestätigen die durch und durch sozialistische Haltung Hitlers. Einer dieser Zeitzeugen ist Generalmajor Otto Wagener (Mitglied des Reichstages und enger Wirtschaftsberater Hitlers). Dessen Aussagen werden von Historikern als authentisch betrachtet,  unter anderem auch deshalb, weil er seine Treffen protokolierte.

Generalmajor, Reichstagsmitglied und Hitlers Wirtschaftsberater Otto Wagener(Bild zeigt Otto Wagener kurz vor der Unterzeichnung der Kapitulation)

Berichten zufolge, sagte Hitler in einem Gespräch mit Otto Wagener, dass die Zukunft des Sozialismus in der „Volksgemeinschaft“ liege und nicht etwa im Internationalismus. Seine Aufgabe sei es, das deutsche Volk zum Sozialismus zu führen, ohne die alten Individualisten umzubringen, also die Unternehmer- und Managerklasse, die aus dem Zeitalter des Liberalismus verblieben seien.  Diese Menschen sollten verwendet und nicht zerstört werden.

(Zwischenbemerkung: Parallelen mit der Linkspartei? Siehe skandalöses Statement aus der Linkspartei.)

Gemäß Wagener sei Hitler der Ansicht, dass die Zeit gekommen sei, den Weg vom Individualismus zum Sozialismus (ohne Revolution) zu finden und zu gehen. Marx und Lenin haben das richtige Ziel gesehen, aber den falschen Weg gewählt. Es gebe einen schnelleren und effizienteren Weg zum Sozialismus ohne Bürgerkrieg . Der nationalsozialistische Staat wird den Lebensstandard höher anheben, als es der Kapitalismus je gekannt habe. (Quelle) . Gemäß den Aufzeichnungen Otto Wageners habe Hitler außerdem geäußert, alle Sozialisten ansprechen zu wollen, inklusive der Kommunisten und sie vom internationalen Lager ins nationale Lager zu holen. Hitler sah das größte Problem seiner Zeit, die Herrschaft des Kapitals über die Arbeiterschaft zu brechen und mit der Herrschaft der Arbeiterschaft über das Kapital zu ersetzten. (Quelle: Buch: „Hitler aus nächster Nähe. Aufzeichnungen eines Vertrauten 1929-1932” von Otto Wagener)

Hitler schrieb in „Mein Kampf“:  „Auch dies ist eine Aufgabe unserer Bewegung, dass sie schon heute von einer Zeit künde, die dem einzelnen das geben wird, was er zum Leben braucht, aber dabei den Grundsatz hochhält, dass der Mensch nicht ausschließlich um materieller Genüsse willen lebt. Dies soll dereinst seinen Ausdruck in einer weise beschränkten Staffelung der Verdienste finden, die auch dem letzten redlich Arbeitenden auf alle Fälle ein ehrliches, ordentliches Dasein als Volksgenosse und Mensch ermöglicht. …
Nationalsozialistische Arbeitnehmer und nationalsozialistische Arbeitgeber sind beide Beauftragte und Sachwalter der gesamten Volksgemeinschaft. …. Als nationale Sozialisten sehen wir in unserer Flagge unser Programm. Im Rot sehen wir den sozialen Gedanken der Bewegung…

Göbbels
8. Josef Goebbels: Ein glühender Sozialist und Lenin-Fan

Auch Joseph Goebbels (Reichspropagandaleiter, Hitlers Vertrauter und Mitbegründer des linken Flügels in der NSDAP) machte sich einen Namen als leidenschaftlicher Sozialist und Lenin-Fan. In seinem 1931 erschienenen Buch: Der Nazi-Sozi; Fragen und Antworten für den Nationalsozialisten, schrieb er großzügig über den Klassenkampf, den Kampf gegen den Kapitalismus, die Befreiung des Arbeiters mit Hilfe des Sozialismus, Verherrlichung der Arbeiterklasse „Wir wollen ein Deutschland der Arbeiterklasse“, gegen Liberalismus „Liberalismus muss sterben, damit Sozialismus leben kann“ etc. Er sah den internationalen Sozialismus nur als eine Maske des internationalen Kapitalismus, der einem wirklichen Sozialismus entgegensteht.

Goebbels äußerte, dass kein Zar das russische Volk in seinen nationalen Instinkten so verstanden hat wie Lenin, der im Gegensatz zu den deutschen Kommunisten, kein internationaler Marxist sei.  (Quelle)

9. Nationalsozialismus: Eine linke Ideologie

Diverse Quellen und Propagandamaterial der Nazis bestätigen die eindeutig sozialistische Haltung Hitlers und der Nationalsozialisten (z. B. Antikapitalismus, gegen Hochfinanz,  Befreiung des Arbeiters, gegen uneingeschränkten Handel,  Gemeinschaftsgedanke, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, gegen Individualismus, gegen das Kapital, Beschränkungen von Unternehmern, mehr Rente, höhere Besteuerung von Reichen, Hilfe für ärmere Bevökerungschichten etc.).

Rechts bedeutet laut Wörterbuch auch »gegen Sozialismus«. Von daher können die Nazis, aufgrund der ständigen sozialistischen Forderungen und Programme, nicht rechts gewesen sein.

Die NSDAP empfand sich ursprünglich eher als Partei der Mitte. Hierzu sollte man jedoch wissen, dass es in der Weimarer Republik eine Vielzahl sozialistischer Parteien gab. Auch Parteien, die sich damals mittig empfanden, hatten sozialistische und aus heutiger Sicht linke Forderungen.
 
Sozialisten in der Weimarer Republik
Nach dem 1. Weltkrieg herrschten Wirtschaftskrisen und grassierende Armut. Der häufige Ruf nach Sozialismus und sozialen Reformen brachte damals viele sozialistische Parteien und Gruppierungen hervor. Diese Parteien und Gruppierungen wollten sich voneinander unterscheiden. Links waren aus damaliger Sicht eher Marxisten, „rote“ Kommunisten und Bolschewisten; vor allem diejenigen, die nach russischem Vorbild eine gewaltsame Revolution vorantreiben wollten. In der Mitte waren unter anderem diejenigen, die keine gewaltsame Revolution wollten. 

Aus Zeitzeugenberichten und Schriften Hitlers geht hervor, dass Adolf Hitler eine milde (sozialistische) Revolution ohne blutigen Klassenkampf propagierte. Er wollte die alte Manager- und Unternehmerklasse  nicht umbringen, sondern sie in den neuen Sozialismus als Beauftragte und Sachverwalter einbinden. Aus damaliger Sicht, war dies eher eine gemäßigte Position und begründet das Selbstempfinden der NSDAP als Partei der Mitte. Aus heutiger Sicht jedoch, verglichen mit den Wahlprogrammen heutiger linker Parteien, waren Hitler und die Nazis eher dem linken Spektrum zuzurechnen.

FAQ 
Fragen und Antworten / Widerlegung von Gegenthesen:

 10. Geht es dem Sozialismus um die Macht des Volkes anstelle eines Diktators? 

Die gefährlichsten Diktatoren und Autokraten des 20. Jahrhunderts waren überwiegend Sozialisten. Neben Hitler gab es viele Despoten, die mit Sozialismus an die Macht gekommen sind.

Josef Stalin  Pol Pot Mao Zedong Erich Honecker Mengistu haile Mariam Milošević Sadam Hussein Kim Ill Sung China Diktator Fidel Castro Autokrat Nord Korea Gaddafi Kommunist Lukaschenko

Hitler (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei), Saddam Hussein (Arabische Sozialistische Baath-Partei), Slobodan Milošević (Sozialistische Partei Serbiens), Lukaschenko (Kommunistische Partei von Belarus), (Mao (Kommunistische Partei Chinas), Stalin (Kommunistische Partei der Sowjetunion), Erich Honecker (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), Nicolae Ceausescu (Rumänische Kommunistische Partei), Gaddafi (Libysche Kommunistische Partei ), Mengistu haile Mariam (Arbeiterpartei Äthiopiens), Pol Pot (Kommunistische Partei Kampucheas), Kim Ill Sung (Partei der Arbeit Koreas), und andere waren Autokraten, Diktatoren und Faschisten.


Selbst der Erfinder des Faschismus Benito Mussolini war Sozialist und hatte nach dem ersten Weltkrieg zum zentralen Thema die Linke zu vereinigen und politisch einzubinden.


Bild: Utopia – Vierzehntägige Zeitschrift des italienischen revolutionären Sozialismus | Direktor: Benito Mussolini

Mussolini war prominentes Mitglied der sozialistischen Partei Italiens, Redakteur der sozialistischen Parteizeitung „Avanti!“ und später seiner eigene sozialistische Zeitschrift „Utopia“.
 

Im letzten Interview 1945 mit Ivanoe Fossani soll Mussolini gesagt haben, dass es die schamloseste Lüge sei, dass seine Bewegung der Beschützer des Besitzbürgertums (Bourgeoisie) ist.  Er stand immer hinter dem Arbeiter.

Die Bewegung des Faschismus gründete sich, als Mussolini in Milano am 23. März 1919 mit ca. 200 Gewerkschaftsozialisten, Republikanern, Anarchisten,  Revolutionären, Ex-Soldaten und unzufriedenen Sozialisten zusammenkam (Quelle). So formte sich die „Fasci italiani di combattimento“ (wörtlich: „Italienische Kampfverbände“) und 1921 wurden diese zur Partei „Partito Nazionale Fascista“ ( National-Faschistische Partei). Diese Bewegung war, so wie bei den Nationalsozialisten, stark national und anti-bolschewistisch ausgerichtet.

Zu Mussolini sei angemerkt, dass er schizophrenen Wesenszüge aufwies. Er war mal mal Befürworter und dann Gegner des Sozialismus. Eventuellen wollte auch er seine eigene Art Sozialismus etablieren, war dann aber auf Geldgebern in der Industrie angewiesen. 

 11. Ist politischer Personenkult links? 

Bezeichnend ist, dass gerade die Linken eine Affinität zu Führerfiguren haben. Eine fast kindliche Huldigung zu einem starken Mann (Vaterfigur), der aufräumt und für das Wohl seiner Schützlinge kämpft.

Führerkult Marx
Unzählige Statuen von Lenin und Marx in allen Ostblockstaaten bezeugen diese Art Führerkult. Stalin, Mao, Hitler, Kim Song Il, Sadam, Gadaffi, Fidel Castro und andere lassen sich von der Bevölkerung wie Heilige verehren, mit Bildnissen an jeder Ecke.

In sozialistischen Ländern werden immer wieder einzelne Personen zu Halbgöttern stilisiert. Selbst in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg bei der 68-iger Studentenbewegung wurden Mao und Hồ Chí Minh wie Heilsbringer verehrt. Der Kult rund um Che Guevara (siehe hier) ist aus dieser Zeit bis heute noch übrig geblieben.

Auch die neuzeitliche Verharmlosung von linken Autokraten ist bemerkenswert z.  B. die Verteidigung des venezolanischen sozialistischen Diktators Maduro (siehe hier). Oder die heutige Beziehung der Linken mit der Quasi-Diktatur von Xi Jinping in China (siehe hier).  Bei rechten (konservativen /liberalen) Bewegungen gibt es so eine Art Verehrung kaum, zumindest nicht in diesem übertriebenen Ausmaße.

 12. Kann Rassenwahn und der Hass gegenüber anderen Völkern überhaupt links sein? 

Rechts bedeutet laut Wörterbuch stark konservativ und gegen Sozialismus. Das hat nichts mit Rassenwahn oder Hass gegenüber anderen Völkern zu tun.

Rassismus, in den letzten 200 Jahren, ist eher dem linken Spektrum zuzuordnen, schon alleine weil die Nazis, aus heutiger Sicht, Linke waren und wie dieser Artikel deutlich zeigt.

Rassismus war in der Weimarer Republik allgegenwärtig. Im Hamburger Zoo wurden 1930, Menschen anderer Hautfarben wie Tiere ausgestellt (Quelle).  Carl Hagenbeck veranstaltete von 1874 bis in die 1930-iger hinein über 300 „Völkerschauen“  (Quelle). In der Weimarer Republik regierte, unter anderem, die SPD und auch Kommunisten in unterschiedlichen Mitte-Links-Bündnissen (Quelle / Quelle). Warum haben diese Parteien, die Völkerschauen nicht unterbunden? Die letzte Völkerschau war 1931. Also noch bevor Hitler zum Reichskanzler gewählt wurde.
 
Ruth Fischer Antisemitismus KPD Kommunisten

 
Der deutsche Sozialist Karl Marx (1818-1883) nannte Paul Lafargue (der Mann seiner Tochter), der afrikanische, europäische und karibische Vorfahren hatte , „Negrillo“, „Nig*er“ oder „Gorilla“.

Marx wetterte gegen Ferdinand Lassalle (ein sozialistischer Politiker) mit folgenden widerwärtigen Worten: „Es ist mir jetzt völlig klar, dass er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, – von den Neg*rn abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nig*er kreuzten). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der neg*rhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch nig*erhaft.“

Quelle: Karl Marx, Brief an Friedrich Engels vom 30. Juli 1862 (Link / Link

Auch in letzteren Jahren ist wieder Antisemitismus aus linken Gruppierungen zu vernehmen. Es gibt hierzu viele Beispiele. Die Bewegung „Linksruck“ z. B. gab, laut Medienberichten, bekannt, dass der Zionismus, sich zur Bewegung der Juden in Osteuropa entwickelte und in direkter Konkurrenz zum Sozialismus steht. Der militante Islam soll angeblich richtig liegen, wenn er den westlichen Imperialismus und sein Werkzeug im Mittleren Osten, den Zionismus, als Feind benennt (Quelle).

Oder die bekannte Marxistin Salley Rooney, so wie die linke Taz berichtete, möchte die linke Influencerin und Schriftstellerin nicht, dass ihr Buch ins Hebräische übersetzt wird (Quelle).

Die Black Lives Matter Bewegung, die von Marxisten gegründet wurde und dem linken Spektrum zuzurechnen ist, forderte kürzlich, man solle im Dezember 2021 nicht bei Weißen kaufen („Black-Xmas“) (Quelle).

Rassenideologien und Hass anderen Volksgruppen gegenüber gab es häufig bei linken Bewegungen. Die Mehrheit der jüdischen Publizisten fielen den stalinistischen Säuberungen zum Opfer (Quelle).  Stalin hat auch Völkermord an den Ukrainern begangen. Schätzungen zufolge kostete es die Ukrainer 7 Millionen Menschenleben (Quelle). Auch viele andere Ethnische Gruppen, vielen der Willkür Stalins zum Opfer (Quelle).
 

Verfolgung in der Sowjetzeit
 

Milosovic (Sozialistische Partei Serbiens) hat ethnische Säuberungen durchgeführt, Mengistu haile Mariam (Arbeiterpartei Äthiopiens) wurde wegen Völkermordes verurteilt.

Eines der rassistischen Länder der Welt ist heutzutage das kommunistische China. Die dortigen kommunistischen Organe haben Schwarze drangsaliert (Quelle).

In der chinesischen Gesellschaft ist Rassismus nichts Ungewöhnliches, wie man z. B. anhand dieser menschenverachtenden  Ausstellung sehen kann. Außerdem hat die kommunistische Regierung aus Peking über 1 Millionen Uiguren in „Konzentrationslager“ gesteckt, in denen auch Folterungen stattfinden (Quelle).  Uigurische Frauen werden zwangssterilisiert. Es findet Zwangsarbeit statt (Quelle). Die UN kritisiert, dass Minderheiten in Gefängnissen Organe entnommen werden (Quelle). Die kanadische, niederländische, amerikanische und britische Regierung bezeichnete die Verfolgung der Uiguren als Genozid (Quelle).

In den USA werden die Republikaner als die Rechten und die Demokraten als die Linken angesehen (inklusive der negativen Assoziationen die man den Rechten gegenüber Einwanderern oder Schwarzen vorwirft). Jedoch waren es die Republikaner, die sich für die Befreiung der Sklaven und für deren Grundrechte einsetzten. Viele Republikaner gaben sogar ihr Leben dafür in einem langen Bürgerkrieg. Und dann heißt es heutzutage, dass die Republikaner Rassisten seien, weil sie z. B. möchten, dass sich jeder bei einer Wahl mit einem Photoausweis identifizieren soll (Quelle). Auch hier sehen wir, dass Rechte aus politischen Gründen mit Rassismusvorwürfen konfrontiert werden.

 13. Ging es den Nazis gar nicht um Antikapitalismus sondern nur um die Enteignung von Juden? 

Die Nazis, waren vor allem Antikapitalisten, ganz gleich wem sie (fälschlicherweise) einem angeblich ausufernden Kapitalismus die Schuld gaben. 

Auch die Kommunisten in der KPD (teilweise drittstärkste Kraft in der Weimarer Republik) haben sich in ihrer Kapitalismuskritik immer wieder judenfeindlich geäußert.

Karl Marx schrieb in seinem Buch: „Zur Judenfrage“: „Die gesellschaftliche Emanzipation des Juden ist die Emanzipation der Gesellschaft vom Judentum“. Dies griff die KPD (Kommunistische Partei Deutschland) auf, indem sie diesen Satz in ihrer sozialistischen Tageszeitung „Die Rote Fahne“ im März 1923 veröffentlichte mit dem Zusatz: „Den Nationalsozialisten ins Stammbuch.“  (Quelle)

Die Rote Fahne Programmerklärung

Der Österreichische Kommunist Otto Heller schrieb in seinem Buch >>Der Untergang des Judentums. Die Judenfrage/Ihre Kritik/Ihre Lösung durch den Sozialismus.<< (erschienen 1931):  „Der Zionismus könne hingegen nur unter dem Schirm britischer Bajonette und als Unterdrückungsinstrument der Araber in Palästina gedeihen. Sein Scheitern sei damit letztlich vorgezeichnet.”

Hellers Buch galt als die wichtigste und halboffizielle Stellungnahme der KPD zu diesem Thema.

Die Juden, so Heller, seien seit Beginn ihrer Geschichte vorwiegend ein Handelsvolk gewesen. Die einheitliche ökonomische Grundlage jüdischer Existenz bilde die Erklärung für die Erhaltung des Judentums durch die Jahrtausende. Aus einer Nation seien sie zu einer nicht vollständig assimilierbaren »internationalen Kaste« geworden. Daraus, so Heller weiter, resultierten die gesellschaftlichen Konflikte zwischen Juden und Nichtjuden.  (Quelle)

Die menschenverachtende Haltung der KPD und anderer linker Gruppierungen zeigt, dass es nicht nur die Nationalsozialisten waren, welche die Juden mit Kapitalismus verbanden, sondern auch andere Sozialisten / Kommunisten.

Selbst bei den Sozialdemokraten grassierte der Antisemitismus. So gab es in der SPD-nahen Satirezeitschrift: „Der wahre Jacob” hin und wieder mal antisemitische Äußerungen, vor allem in Bezug auf den Kapitalismus.
 
Der wahre Jacob

Einige der frühen Antikapitalisten wie Charles Fourier, Pierre-Joseph Proudhon, Michail Bakunin, oder Franz Mehringwaren waren offen antisemitisch  (Quelle).

Nur weil die Nazis Kapitalismus mit Juden verbanden, heißt dies nicht, dass sie keine Antikapitalisten / Sozialisten waren.

Auch heute noch gibt es Antisemitismus in der Linkenszene (Siehe  Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung).

 14. Hat Hitler Politik für das reiche Bürgertum und für Industrielle gemacht? 

Nein, die Steuern wurden nach der Machtergreifung massiv erhöht und Eigentumsrechte eingeschränkt. Die Wirtschaft wurde von den Nazis, kontrolliert, zentralisiert und rationalisiert. 

Die Leiter großer Industrieunternehmen, wurden eher als Verwalter angesehen, die dem Staatswillen zu gehorchen haben. Zwar haben kriegswichtige Industrien immer noch  profitiert (wie in jedem Krieg), aber viele kleine und mittelständische Unternehmen sind zugrunde gegangen. 

Die ärmere Bevölkerung wurde in der NS-Zeit umfangreich entlastet und die Reichen belastet (siehe weiter unten).

Personen, wie Georg Strasser (welcher vor der Wahl, die Nähe zur Industrie suchte und sogar um Steuererleichterungen warb), wurden nach der Wahl „entfernt“.  (Quelle).

Hermann Göring, hat das Wirtschaftsministerium übernommen und die Privatwirtschaft zu einer Art staatlich gelenkten Wirtschaftsdiktatur umgebaut (Kommandowirtschaft).

Der Staat hatte das sagen und die Wirtschaft musste sich, mit nur wenig Spielraum, anpassen. Dazu gehörte die Einschränkung der Arbeitsplatzwahl, Lohnfestsetzungen, Bestimmung von Preisen, Rohstoffzuordnungen,  Festlegung von Arbeitsbedingungen, vorgeschriebene Arbeitsdienste, Produktionsvorgaben (z. B. durch den Vierjahresplan) und andere Reglementierungen der Wirtschaft.  

Zwar gab es gerade in der Anfangszeit der Nazisherrschaft Privatisierungen, jedoch kann man das auf die massiven Verstaatlichungen während der Inflation in der Weimarer Republik zurückführen.  Hier gab es einen natürlichen Rücklauf. Außerdem waren die Nazis auf die Zusammenarbeit und das Geld der Industrie und der Banken angewiesen. Später jedoch, haben sich die Nationalsozialisten die Macht über die Wirtschaft Stück für Stück zurückgeholt. Große Teile der Wirtschaft wurden nur auf dem Papier privat besessen. Die Kontrolle hatte indes der Staat. Viele Unternehmer konnten nicht frei über ihr „Eigentum“ verfügen. (Quelle)

 15. Hat sich Hitler einem linken Flügel in der NSDAP entledigt? 

In diversen Publikationen heißt es, dass Gregor Strasser, zusammen mit seinem jüngeren Bruder Otto Strasser und Josef Goebbels, einen „linken“ Flügel gründete. 

Zur Wahrheit gehört jedoch, dass Strasser derjenige war, der sich der Industrie geöffnet hat und sogar Steuersenkungen anstatt Steuererhöhung forderte. Die Reputation Strassers als linkerer Sozialist  ist also nicht korrekt. 

Gregor Strasser verfügte bereits seit Anfang der 30iger-Jahre Kontakte zu Unternehmerkreisen, die in ihm ein Hilfsmittel sahen, den Sozialismus der Partei zu zähmen.  1931 bekam er eine monatliche Zahlung von 10.000 Reichsmark von Unternehmern des Ruhrbergbaus. Zum Vergleich: das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen 1931 lag bei 160 Reichsmark (Quelle). Auch von anderen Industriellen erhielt er Zuwendungen. 

Man kann also davon ausgehen, dass Strasser gegen den geforderten Sozialismus der Partei arbeitete. 

Hier stellt sich die Frage, ob die Enthüllungen zu Strasser dazu führten, das dieser beiseitegeschafft (ermordet) wurde .

Sein Bruder, Otto Strasser, der bereits 1930 aus der Partei austrat, verfasste das Schreiben „Die Sozialisten verlassen die NSDAP“. Darin bemängelte er, dass die Parteileitung …

  1. … kein Großdeutschland mit groß-deutscher Einigung wolle.
  2. … die Idee des Nationalsozialismus unzureichend verfolge.
  3. … für eine Erbmonarchie eintritt.
  4. … nicht gegen die Engländer vorgehen wolle.
  5. … Koalition mit anderen Parteien suche (und damit die Gefahr läuft, so wie die SPD, ihre Ziele zu verlieren)
  6. … aus taktischen Gründen dem Bürgertum zu entgegenkommend sei.
  7. …  keine Revolution sondern ein „Staataufstellen“ verfolge
  8. …  Korruption und Bonzentum innerhalb der Partei zulässt.
  9. …  die NSDAP von „SalonBolschewisten“ säubern wolle. (SalonBolschewisten sind diejenigen, die sich für einen Kommunismus begeistern, aber diesen nicht wirklich verfolgen.)

Dieses Schreiben scheint im Licht der späteren Enthüllungen bezüglich seines offensichtlich von der Industrie korrumpierten Bruders  (Gregor Strasser) und Mitbegründer des angeblich „linken Flügels“ geradezu zynisch. 

Praktische alle Anschuldigungen in dem Schreiben „Die Sozialisten verlassen die NSDAP“ haben sich außerdem nicht bewahrheitet.

Dass sich Hitler von Menschen trennen wollte, die nicht wirklich Kommunismus wollten,  spricht eher dafür, dass Hitler derjenige war, der sich von „falschen Sozialisten/Kommunisten“ trennen und somit die Partei noch linker machen wollte.

Und dass sich Hitler aus mutmaßlichen >> taktischen << Gründen dem Bürgertum vor der Machtergreifung näherte, ist auch keine Grund, Hitlers linke Gesinnung anzuzweifeln.  

Außerdem kann nicht von einer Auflösung des linken Flügels die Rede sein, weil einer der Hauptfiguren der Nazis, Gobbels, einer der drei Gründer des angeblich linken Flügels war (Quelle).

 16. Wieso bezeichnet man Nazis als rechts? 

Vielleicht wollte man nach dem Krieg davon ablenken, dass die Nazis ihren Ursprung im Sozialismus hatten, eventuell auch, um Befindlichkeiten des Siegers Sowjetunion zu berücksichtigen. Genauso wie fast in Vergessenheit geraten ist, dass Stalin zusammen mit Hitler den Krieg begonnen haben.


Ursprünglich kommt der Begriff „Rechts“ und „Links“ von der Sitzordnung des französischen Parlaments während dessen Revolution 1789 bis 1799. Rechts saßen eher die, die für den Erhalt von Klassen/Monarchie waren und links diejenigen, die keine Klasse/Monarchie wollten. Die NSDAP war aber gegen eine Klassengesellschaft und für die Abschaffung von Klassen. Sie wollte die klassenlose Volksgemeinschaft. Hitler hasste die Habsburgermonarchie, so der Historiker Hans Mommsen (Quelle).


Von daher müsste man die Nazis auch eher als links bezeichnen.

Auch wenn wir den Begriff „Rechts“ neuzeitlich sehen, ist rechts eher konservativ (Erhaltung des bestehenden) und links eher revolutionär im Sinne eines kommenden Sozialismus /Kommunismus. Auch aus dieser Sicht sind die Nazis eher links einzuordnen, da sie das bestehende System umgestürzt haben und zu früher Zeit etwas sozialistisches Neues schaffen wollten.

Rechts aus heutiger Sicht bedeutet auch: Weniger Staat und mehr wirtschaftliche Freiheit des Einzelnen. Dies war bei den Nazis eher unerwünscht. Hier ging es vielmehr um mehr Macht für den Staat und mehr Regulierung des Einzelnen. Also auch aus dieser Sicht sind die Nazis eher links.

Der Inbegriff von Links ist der Sozialismus. Das Gegenstück zum Sozialismus ist der Kapitalismus / Liberalismus.

Das Wörterbuch WAHRIG sagt, dass der Sozialismus als eine Bewegung zu verstehen ist, die gegen den wirtschaftlichen und politischen Liberalismus ist und dem Arbeitnehmern mehr Einfluss geben will, für mehr soziale Sicherheit etc..

Die Nazis waren Antikapitalisten und haben zu großen Teilen antikapitalistische Politik betrieben.  Sie wollten und haben die Rechte des Arbeiters gestärkt,  Bezüge erhöht, Anerkennung gegeben etc..

Arbeitgeber und Unternehmen wurden mit mehr Pflichten und Beschränkungen belegt, inklusive höheren Abgaben.

Die Nazis wollten eine Arbeiterpartei sein. Deshalb ja auch Arbeiterpartei im Namen (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei).  Und das waren nicht nur Worte, dem sind auch tatsächlich Taten gefolgt (hierzu mehr weiter unten).

Gehirnwäsche funktioniert häufig mit der Wiederholungstechnik, wo ständig etwas wiederholt wird, bis es die Person glaubt. Schade, dass so viele darauf hereinfallen, und Rechts mit Nazis verbinden.

 17. Spielte der Begriff „National“ im Namen der Partei eine wichtigere Rolle als der Begriff „Sozialismus“? 

National oder nicht national hat nichts mit Links / Rechts zu tun. Das Wörterbuch definiert „national“ so, dass etwas oder jemand überwiegend die Interessen der eigenen Nation vertritt oder etwas eine Nation betrifft.

Der Sozialismus der Nazis richtete sich vorwiegend an die eigene Nation (Deutschland). 
 
Nationalsozialismus
Die beiden Begriffe „National“ und „Sozialismus“ gehören also zusammen. Die Kernaussage ist: Sozialismus mit der Bestimmung, diesen auf das eigene Land anzuwenden. 

Eine Politik, welche die Interessen der eigenen Nation im Fokus hat, ist etwas völlig Normales. Dies drückt sich auch im Amtseid der Bundesrepublik Deutschland aus: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.” Eine nicht-nationale Politik, würde diesem Schwur zuwiderlaufen, da dieser Eid fordert, nationale Interessen in den Vordergrund zu stellen. Die Politiker in Deutschland verpflichten sich also, national zu handeln. 

 18. Woher kommt der Begriff „rechtsextrem“, obwohl Hitler ein Linker war? 

Rechtsextrem ist eine Neuwortschöpfung und bezeichnet alles, was ein Nazitum verkörpert. Der Begriff wurde erschaffen, um alles zu kennzeichnen, dass so ist, wie die Nazis waren. In erster Linie meint der Begriff den übertriebenen Nationalismus, der andere Nationen missachtet. Rechts und rechtsextrem (bzw. „Rechte“ und „Extreme Rechte“) sind zwei verschiedene Wörter mit völlig anderer Bedeutung. Rechtsextreme sind eher radikale und teilweise gewaltbereite nationale Linke, schon alleine deshalb, weil die Nationalsozialisten auch Linke waren. Linksextreme  sind eher radikale oder teilweise gewalttätige internationale Linke. Was Linksextremen im Links- und Rechtsspektrum wirklich gegenübersteht, sind radikale Kapitalisten, die Eigennutz vor dem Gemeinschaftsnutzen stellen.  Auch dies ist eine verachtenswerte Ideologie.

 19. Was verstehen man unter dem Begriff Sozialismus? 

Sozialismus ist eine Bewegung gegen den Liberalismus / Kapitalismus. Der Sozialismus möchte einen stark regulierenden Staat, der sich für die Interessen von Arbeitnehmern einsetzt, damit diese (direkt oder indirekt) mehr Einfluss auf die Wirtschaft, mehr Unabhängigkeit und mehr soziale Sicherheit bekommen. 

Liberalismus hingegen ist die Idee, welche dem Einzelnen in Staats- und Wirtschaftsfragen, die größtmögliche Freiheit gewährt. Der Staat hält sich mit seinen Forderungen so umfangreich wie möglich zurück. Dies ist die bevorzugte Idee des Kapitalisten, der so uneingeschränkt wie möglich handeln möchte.

 20. Warum wurden Kommunisten und Sozialisten in der NS-Zeit verhaftet und teilweise ermordet? 

Die Nazis machten einen Unterschied zwischen dem internationalem Sozialismus/Kommunismus  und einem nationalem Sozialismus/Kommunismus.

Sie betrachteten den internationalen Sozialismus / Kommunismus / Marxismus als Gefahr für die Nation. Sie fühlten sich von den roten Sozialisten / Kommunisten (von den Nazis auch jüdische Bolschewisten genannt) betrogen. Hitler bezeichnete den „Moskau Bolschewismus“ als Verbündeten der kapitalistischen Demokratie und den nationalen Interessen entgegengesetzt.
 
Sozialdemokraten Plakat

In der Weimarer Republik regierten die Sozialdemokraten (SPD),  die sehr links und Befürworter einer „sozialistischen Republik“ waren (Quelle). Die Nazis waren jedoch der Ansicht, dass der versprochene Sozialismus der Sozialdemokraten nicht erfüllt wurde, sondern die Sozialdemokraten sich vielmehr um die Belange andere Länder kümmerten, anstelle die des eigenen Volkes.

Die Nazis fühlten sich von dem roten Sozialismus / Kommunismus / Marxismus (von denen auch jüdischen Bolschewismus genannt) hintergangen. Deshalb festigte sich die Idee des nationalen Sozialismus. Die Nationalsozialisten wollten ihren eigenen Sozialismus/Kommunismus, der vor allem dem eigenen Volk dient (deshalb auch die Namensgebung Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei).

Die Beseitigung eines anderen (angeblich roten/jüdischen) Sozialismus / Kommunismus führte letztendlich auch zu der Verhaftung dieser Anhänger (inklusive der Sozialdemokraten).

Weiter sei angemerkt, dass Revolutionäre unterschiedlicher Strömungen sich schon immer gegenseitig bekämpft haben. Es ist also kein Widerspruch, wenn Hitler (internationale) Sozialisten, Kommunisten, Marxisten oder Sozialdemokraten einsperren ließ.  Auch innerhalb der nationalsozialistischen Partei, gab es „Säuberungsaktionen“, genauso wie bei anderen sozialistischen/kommunistischen Parteien im Laufe der Geschichte.


Stalin ließ anderer linke Gruppen festnehmen, wie z. B. die linken Sozialrevolutionär und ins russische KZ (Gulag) stecken (Quelle).  Auch innerhalb der russischen kommunistischen Bewegung gab es viele Opfer bei Mitrevolutionären (Quelle).

Xi Jinping, der derzeitige kommunistische Autokrat in China, hat ca. 1,5 Millionen Parteifunktionäre seiner eigenen Partei verhaften und ins Gefängnis bringen lassen. (Quelle)

In Kuba, Nordkorea, China und ähnlichen sozialistischen Diktaturen verlief es sicherlich nicht anders.

 21. Spielte bei den Nazis der Rassismus eine größte Rolle als der Sozialismus? 

Das zentrale Thema einer jeden Linksideologie / Sozialismustheorie ist der Antikapitalismus. Mal mehr und mal weniger. 

Die Nazis waren vorrangig Antikapitalisten. Sie suchten Lösungen, den Kapitalismus und ein trennende Klassengesellschaft zu überwinden.

Jürgen W. Falter, der als weltweit führende Forscher zu den Wählern und Mitgliedern der NSDAP gilt, berichtet dass Antisemitismus bei den meistens Wählern der NSDAP keine Rolle spielte. Seine empirischen Untersuchungen zeigten auch, dass Judenhass in Hitlers Reden zu Zeiten seines Aufstieges (1929-1933) kaum noch vorkam.  Laut Falter, gaben die meisten ehemaligen Parteimitglieder nach 1945, als häufigste ideologische Einstellung, den Sozialismus an. (Quelle)

Nichts desto trotz, war eines der Ziele der verbrecherischen Nazis, den Kapitalismus auch dadurch zu besiegen, indem sie versuchten alles Jüdische zu vernichten. Sie sahen den internationalen marxistischen Sozialismus von kapitalistischen Juden gesteuert, die den Sozialismus nur benutzen, um kapitalistische Ziele zu verfolgen, anstatt einen „wahren“ Sozialismus zu verfolgen. 

Der Antisemitismus war zwar ein wichtiger Aspekt aber wahrscheinlich nicht die Hauptmotivation bei den Nazis. Aufgrund seiner schrecklichen und menschenverachtenden Auswirkungen erhielt der Judenhass zurecht viel mediale Aufmerksamkeit.  Es entstand jedoch schnell der Eindruck, dass es den Nazis hauptsächlich nur darum ging, was aber vermutlich nicht der Fall war. Den Nazis ging es vor allem darum einen nationalen Sozialismus zu etablieren und später den Krieg zu gewinnen.  Wobei wir uns glücklich schätzen können, dass die Nazis diese Ziele nicht erreicht haben. 

 22. Waren die Nazis gegen einen Gleichheitsgedanken? 

Im Sozialismus liegt der Fokus auf der Gleichheit der Menschen, vor allem in Bezug auf gesellschaftliche Klassen; auch wenn sozialistische Führer diesen Gleichheitsgedanken mal mehr und mal weniger schnell aufgeben.

Auch die Nazis waren für eine klassenlose Gesellschaft. Dies kam mit dem Begriff der „Volksgemeinschaft“ zum Ausdruck und damit dass man eine Gleichstellung der Arbeiter mit den Arbeitgebern erreichen wollte. Keiner, in diesem Bezugsrahmen, sollte über dem anderen stehen. Alle sind Diener des einen Volkes, einer sozialen Gemeinschaft, die gemeinsam nationale Interessen vorantreiben. Der Fokus von „ich“ wird auf „wir“ gelegt. Jeder soll innerhalb der Gemeinschaft wertgeschätzt werden. Das zum vorgeschobenen Grundgedanken.

Wer dann letztendlich zum „wir“ gehört, wurde dann in unterschiedlichen sozialistischen System auf brutalste Weise bestimmt. In China, Russland, Frankreich usw.  hat man sich bestimmter Volksgruppen entledigt, die man als Privilegierte des alten Systems bezeichnete: In China tötete man Intellektuelle, bestimmte religiöse Gruppen und Konservative, in Frankreich Kirchenleute und Aristokraten, in Russland Aristokraten und politisch Andersdenkende und in Deutschland die angeblich kapitalistischen Juden und politisch Andersdenkende  (Quelle / Quelle / Quelle).  In diesen Ländern standen, nach deren Aussagen,  diese Opfer dem Sozialismus im Wege.  Viele der sozialistischen Eiferer waren davon überzeugt, einer gerechten Sache zu dienen.

Sozialismus predigt den Gleichheitsgedanken, geht dann aber brutal gegen bestimmte Volksgruppen vor.

Auch in heutiger Zeit beobachten man bei Linken in Deutschland und anderen Ländern wieder den Spaltungsgedanken: Gegen Kapitalisten, gegen Konservative, gegen Andersdenkende, gegen Börsenleute, gegen Unternehmen, gegen Immobilien- und Hausbesitzer, gegen Männer, gegen Reiche, gegen Autofahrer, gegen Patrioten, gegen die Polizei, gegen Liberale, gegen Parteien die nicht links sind, gegen alte weiße Männer, und teilweise wieder gegen Juden (Quelle).

 23. Die Nazis wollten Privateigentum nicht verbieten. Sind sie deshalb keine Sozialisten / Linke? 

Der Unternehmer und der Arbeiter sollten, laut Hitler, „Beauftragte“ und „Sachwalter“ des Volkes werden und in der klassenlosen Volksgemeinschaft aufgehen. Dem individualistischen Materialismus wurde der Kampf angesagt. 

Das Ziel der Nazis war, die Wirtschaft zu konzentrieren und im Sinne des Gemeinnutzes zu reglementieren.  

Die Nazis wollten Privateigentum nicht verbieten. Dies ist aber auch der Fall bei unzähligen andere derzeitigen und damaligen  Linksparteien weltweit. Auf den Gedanken zu kommen, den Nationalsozialisten wegen dieser Haltung zum Privateigentum den Sozialismus abzusprechen, ist deshalb nicht schlüssig.  

Zudem wollte Hitler, anders als in Russland, eine Revolution ohne Bürgerkrieg.  Eine schlagartige Enteignungswelle stände diesem Ziel sicherlich direkt entgegen.  Hitler empfand das Vorgehen der russischen Kommunisten in der roten Revolution als überzogen und sah das Bedürfnis des „Volksgenossen“ sich etwas im kleineren Rahmen anzusparen und aufbauen zu wollen, als berechtigt an.  Er wollte die Wirtschaft erhalten und für die Volksgemeinschaft nutzbar machen. 

Unternehmerische Leistungen sollten anerkannt und Klassenunterschiede abgebaut werden, so dass sich Arbeiter und Unternehmer auf Augenhöhe begegnen.  Ob ihm das letztendlich gelang und wie stark die Einflussnahme der  der Industriellen im Krieg auf ihn war, ist eine andere Frage. 

Hitler war außerdem auf die Industrie angewiesen. Gerade in den Kriegsjahren brauchte er die Kooperation der Industrielenker, so dass Regelungen auch zu deren Gunsten getroffen wurden.

Eine Art Verstaatlichung von Privateigentum (vor allem bei kleinen und mittelständischen Betrieben) fand eher indirekt statt. Dies ist auch dem Rechtsverständnis der Nazis in Bezug auf Eigentum zu entnehmen:  

  • Verfassungsrechtliche Eigentumsgarantie wurden aufgehoben.
  • Eigentum hat Gemeinschaftsbindung.
  • Eigentümer sollen nicht mehr Träger eigener Rechte  gegenüber anderen Eigentümern oder gegenüber dem Staat sein, sondern eher als Glied einer völkischen Lebensordnung verstanden werden. 
  • Eigentum sei keine totale Sachherrschaft mehr, sondern nur noch eine Zuordnung von Sachgütern an die Rechtsperson, durch die Rechtsordnung. 
  • Pflichtbindung von Eigentum. Z. B. „Enteignungen“ bei Nichtbewirtschaftung von Bauernhöfen (Erbhofgesetzgebung). 
  • Eigentum muss „gemeinverträglich sein“. 
  • etc.

Zwar förderten die Nazis kriegswichtige Produktion, was den entsprechenden Unternehmen zugute kam, jedoch mussten nichtkriegswichtige Branchen hohe Einbußen hinnehmen. Dies führte Vielfach zu Stilllegungen von Betrieben, auch aufgrund von Schließungsaktionen, Konzentrations- und Rationalisierungsmaßnahmen. Viele kleinere Unternehmer wurden so im Prinzip und letztendlich „enteignet“.

(Quelle)

 24. Warum standen die Nazis dem Marxismus feindselig gegenüber? 

Sozialismus hat viel Formen, nicht nur Marxismus. Sozialismus ist der Oberbegriff. Marxismus ist eine Unterkategorie, auch wenn der Marxismus dem Sozialismus zur großer Popularität in der damaligen Zeit verholfen hat.

Hitler Marxismus
Der Marxismus ist eine dominante Strömung des Sozialismus, woraus sich viele andere sozialistische Strömungen und Richtungen geformt haben. Unter anderem der braune Sozialismus der Nazis, der viele Teile des Marxismus aufgenommen hat, der aber an einem wesentlichen Punkt widersprach.  Dieser Punkt war der Internationalismus ( „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“). Dieser Punkt war auch der Grund, warum die Nazipartei überhaupt gegründet wurde und auch der Grund warum das Wort „National“ im Parteinamen vorkommt.

Der Marxismus propagiert den internationalen Sozialismus. Der Beweggrund der Nazis war dem entgegenzuwirken mit einem nationalen Sozialismus. Es sind also zwei linke Strömungen, die sich feindselig gegenüber standen.

Sozialismus bleibt der Inbegriff des Linksseins, egal welche Strömung oder Richtung. Das wahre Gegenstück zum Sozialismus ist der Kapitalismus. Deshalb können die Nazis nicht rechts gewesen sein. Sie waren sozialistische Antikapitalisten, egal ob sie, verrückter Weise, dem Juden zu großen Teilen die Schuld am Kapitalismus der damaligen Zeit gaben.

 25. Haben die Nazis alle Gewerkschaften gleich nach der Machtübernahme zerschlagen? 

Nein, aber Sie haben, wie in allen sozialistischen Ländern, alles unter staatliche Kontrolle gestellt und gleichgeschaltet. Ein Gewerkschaft gab es noch, die „Deutsche Arbeitsfront“ (Quelle).

In allen sozialistischen Terrorregimen, wird jede Art von ernhaften politischem Gegengewicht entmachtet und ausgeschaltet. 

Gewerkschaften waren in der Weimarer Republik häufig mit Funktionären besetzt, die anderen politischen Parteien nahe standen. In der Weimarer Republik waren das vorwiegend Leute der SPD.

Vermutlich aufgrund der Fähigkeit und der Netzwerke der freien Gewerkschaften Opposition (national und international) gegen die Nazis zu organisieren, wurden diese schnell zur Zielscheibe. 

Auch andere sozialistische Länder haben freie Gewerkschaften unterdrückt oder zerschlagen. Es ist also typisch sozialistisch dies zu tun. 

 26. Haben die Nazis nur über Sozialismus geredet, dem keine Taten folgten

Die Nationalsozialisten haben ein Sozial-Programm in die Tat umgesetzt, die vor allem ärmeren Bevölkerungsschichten zugute kam, und nicht ganz unähnlich zu den Forderungen einer heutigen linken Partei stehen:

  • Rentenerhöhung während des Krieges um Netto 15%
  • Rentner bekamen 1941 die Krankenversicherung (für einen symbolischen Beitrag von 1 Reichsmark)
  • Lohnzulagen bei Schichtarbeit
  • Lohnfortzahlungen
  • Halbierung von Rezeptgebühren
  • Schuldnerschutz
  • Mieterschutz / Mietendeckel
  • Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
  • Steuerliche Zusammenveranlagung von Ehepartnern
  • Kilometerpauschale
  • Kinderbeihilfen (später in der BRD Kindergeld)
  • Schulgeld
  • Steuerklassen, von der vor allem Familien profitierten
  • Erhöhung der Körperschafts- und Unternehmenssteuer von 20 auf 40% (im Krieg auf 55%)
  • Anmerkung:  Die Lohnsteuer wurde, trotz Krieges, nie erhöht.
  • Hohe Freibeträge bei der direkten Kriegssteuer (80 Prozent der Deutschen lagen unterhalb des Freibetrages)
  • Einmalige Abgabe für Haus- und Grundstücksbesitzer (insgesamt 8 Milliarden Reichsmark)
  • Einführung des 1. Mai als Feiertag, um den Arbeiter zu würdigen.
  • Anspruch auf Urlaubstage wurden von bislang 8 bis 12 Tagen auf 14 bis 21 erhöht.
  • Ausweitung des Freizeitangebotes für Arbeiter und Angestellte

(Quelle / Quelle / Quelle / Quelle)

Die Wirtschaft hatte außerdem planwirtschaftliche Ansätze.

  • 1936 Gründung der Vierjahresplanbehörde
  • Preisfestlegungen
  • Gleichschaltung
  • Befehls- und kommandoartige Wirtschaftslenkung durch den Staat

(Quelle)

 27. Besteht wirklich Einigkeit bei Politikern, Zeitzeugen und Historikern, dass die Nazis angeblich rechts waren? 

Von Einigkeit kann keine Rede sein. Hier einige Beispiele:

Der renommierte Historiker und  Politikwissenschaftler Arnulf Baring: „Die Nazis waren nicht rechts, die Nazis waren eine Linkspartei!” (Quelle).

Ehemalige Bundesminister Franz Josef Strauß ( auch Offizier in der Wehrmacht) auf einem Parteitag der CSU 1978: „Wir werden auch nicht schweigen in dieser Auseinandersetzung, denn schließlich war der Nationalsozialismus auch eine Variante des Sozialismus, und seine große Schwungmasse hat er nicht von dem Strandgut des Ersten Weltkrieges, von den Freikorps, vom verarmten Mittelstand oder vom Bürgertum bezogen. Seine Schwungmasse hat er von den Millionen Sozialisten bezogen, die der SPD damals als Wähler davongelaufen sind.”

Der bekannte Politikwissenschaftler, Historiker und Journalist Dr. Götz Aly, der in einem Podcast die Sozialpolitik Hitlers beschreibt und wie sich die Nationalsozialisten die Unterstützung der Bevölkerung  ab 1933 bis weit in die Kriegsjahre hinein, mit Sozialmaßnahmen, sicherten.

Edmund Stoiber (langjähriger ehemaliger Parteivorstand / Generalsekretär der CSU): „Wir haben in der Vergangenheit nicht deutlich gemacht, dass Nationalsozialisten in erster Linie Sozialisten waren und dass Nationalsozialisten Leute waren, die im großen und ganzen kollektivistische Lösungen angestrebt und durchgeführt hatten.” (Quelle)

Oder Erika Steinbach (ehemaliges CDU Bundestagsmitglied und ca. 16 Jahre Präsidentin des Bundes der Vertriebenen) auf Twitter: „Die NAZIS waren eine linke Partei.”

Willy Brandt (ehemaliger SPD Parteivorsitzender und Ex-Bundeskanzler) : „Das sozialistische Element im Nationalsozialismus im Denken seiner Gefolgsleute muss von uns erkannt werden.“

Joachim Fest (Historiker) schrieb in der linksorientierten Taz: „Im Italien der Zwanziger- und Dreißigerjahre gab es immer noch die herkömmlichen Klassenunterschiede, während Hitler, nicht anders als die Sozialisten aller Schattierungen, die soziale Gleichschaltung vorantrieb. Auch hat er nach der so genannten Machtergreifung, anders als manche Angehörigen der Oberklassen hofften, die 1918 verloren gegangenen Vorrechte nicht wiederhergestellt. Stattdessen hat er den von Marx herkommenden Begriff der klassenlosen Gesellschaft einfach durch die Vokabel der „Volksgemeinschaft“ ersetzt und den immer noch Furcht erregend sozialistisch klingenden Begriff als eine Art ständiger Verbrüderungsfeier verkauft.” (Quelle)

Zeitzeuge, Literaturwissenschaftler und Politiker Victor Klemperer, der unter den Nazis als Jude seine Lehrstuhl als Professor verlor) aus seinem Buch >>Ich will Zeugnis ablegen, bis zum letzten<< :„Der Nationalsozialismus ist jetzt ganz oder fast ganz mit dem Bolschewismus identisch geworden; das leuchtet vielen von denen ein, die ihn noch vor kurzem als ‚Bollwerk gegen den Bolschewismus‘ und als ‚kleineres Übel‘ betrachteten.“

Margaret Thatcher (im Buch „The Path to Power“): Nazitum (nationaler Sozialismus) und Kommunismus (internationaler Sozialismus) waren nur zwei Seiten der selben Münze.

Nachwort

Gewalt, Meinungsunterdrückung, ein autoritärer Staat, ein diktatorisches System und andere Verbrechen der NS-Zeit basieren, wie dieser Artikel zeigt, nicht auf rechten (konservativen) Gedankenmodellen, sondern eher auf linkem Sozialismus. Hitler und der Nationalsozialismus sind also eher dem linken Spektrum zuzurechnen. Rechtsradikal ist nicht gleich rechts, sondern eher links (auch wenn sich das paradox anhört.)  Wer gegen die Anfänge eines autokratischen Systems vorgehen möchte, sollte sich daher eher bei linken Parteien und Strömungen umschauen und gegen diese warnen.

* Alle Angaben ohne Gewähr. Irrtümer vorbehalten. Zeitzeugenberichte oder Quellen wie Historiker, Politiker, Wikipediaeinträge müssen nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen.

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