Hitler war eindeutig links. Die NSDAP hat nicht nur mit linker Politik geworben, sondern auch linke Politik gemacht, worauf ich später nochmal genauer eingehen werde.
Der Eindruck, dass Hitler angeblich ein Rechter gewesen sei, liegt auch an der Linkslastigkeit staatlicher und anderer öffentlicher Medien. Das wiederum liegt meiner Meinung nach an der Linkslastigkeit von Universitäten, welche Medienschaffende z. B. Journalisten ausbilden. Von daher verwundert es nicht, dass sich die meisten Journalisten dem linken Spektrum zuordnen. Eine Studie ergab, dass Journalisten zu mindestens 64% zu eher linken Parteien über eine längere Zeit hinzugeneigt sind (z. B. Grüne, LINKE, BSW und SPD), 23% keine längere Parteibevorzugung haben und nur in etwa 8% eine längerfristige Neigung zu Mitte-Rechts-Rechts Parteien haben (hierunter vor allem für die CDU / FDP). Quelle
Von daher ist es schlüssig, wenn die Tatsache, dass Hitler ein Linker war, in den öffentlichen Medien kaum Erwähnung findet oder ggf. sogar unterdrückt wird. Dabei gibt es genügend Historiker, die einen linken oder sogar sozialistischen Charakter attestieren können.
Hier einige Beispiele und Belege oder zumindest Hinweise von Historikern dafür, wie links bzw. sozialistisch Nationalsozialisten waren:
„Im Italien der Zwanziger- und Dreißigerjahre gab es immer noch die herkömmlichen Klassenunterschiede, während Hitler, nicht anders als die Sozialisten aller Schattierungen, die soziale Gleichschaltung vorantrieb. ”
[…]
Als im Frühjahr 1933 ganze kommunistische Kampfformationen geschlossen in die SA übertraten, wurde das von den roten Parteisoldaten keineswegs als Bruch empfunden, und der Berliner Volkswitz, der diese Einheiten als „Bulettenstürme“ verhöhnte („außen braun, innen rot“) deckt auf, wie nahe beieinander auch die Öffentlichkeit die einen und die anderen wahrnahm. Man wechselte sozusagen nur den Anführer und die Fahne, nicht einmal die Treffkneipe. Im Herzen blieb man Sozialist, nur dass man von nun an auch noch national sein durfte, kein „Vaterlandsverräter“ der Komintern.
[…]
„Aufs Ganze gesehen ist die Diskussion über den politischen Standort des Nationalsozialismus nie gründlich geführt worden. Stattdessen hat man zahlreiche Versuche unternommen, jede Verwandtschaft von Hitlerbewegung und Sozialismus zu bestreiten. Um den Kommunismus denkbar weit vom Nationalsozialismus wegzurücken, ist sogar der totalitäre Charakter des Kommunismus geraume Zeit bestritten worden.”
Professor Dr. Joachim Fest | mehrfach preisgekrönter Historiker und Hitlerbiograf
Quelle: Taz / Artikel: „War Adolf Hitler ein Linker?“ vom 27.09.2003: Link
„… ja Adolf Hitler war ein Sozialist, aber ein moderner Sozialist. ” […] „Das ist, was ich die moderne Art des Sozialismus bezeichne, in Kontrast zur traditionellen Art des Sozialismus.” […] „Es ist nicht notwendig, dass der Staat alles besitzt. Man kann es mit Regulierungen, Steuern und und und tun. Und das ist die moderne Form des Sozialismus.”
[…]
„Und er (Hitler) hatte Sorge, dass, wenn er alles verstaatlicht, von einem Tag auf den anderen, dass es keinen Wettbewerb mehr gibt. Dies war der Grund, warum er skeptisch war, alles zu verstaatlichen. Aber … seine Einstellung zu der Frage, freie Wirtschaft, Planwirtschaft, die Rolle des Staates, änderte sich ein bisschen in den 30ern/40ern weil Stalin mehr und mehr sein Vorbild wurde und er mehr und mehr die Planwirtschaft der Sowjetunion bewunderte. Das ist das, was in den 30ern und vor allem in den 40ern passierte.”
[…]
„Sicherlich, als er (Hitler) sich mit der Sowjetunion und mit Stalin im Krieg befand, konnte man keine positives Wort von ihm über Stalin in der Öffentlichkeit in seinen Reden hören, aber im engsten Kreis war es verboten, etwas Negatives über Stalin zu sagen …”
[…]
„… sagte er (Hitler): >>Nachdem der Krieg gewonnen ist, müssen wir viel mehr in die Richtung einer Planwirtschaft gehen, weil nur eine Planwirtschaft unsere Probleme lösen kann.<<”
Quelle: Youtube | What Modern Socialists Don’t Want You To Know About Hitler | Link
Dr. Rainer Zitelmann | bekannter Politikwissenschaftler und Historiker
„… dieses Element des Egalitarismus, das sich im Nationalsozialismus findet, … die Bereitschaft, Freiheit gegen mehr soziale Sicherheit einzutauschen, Liberalismus als etwas ganz Schreckliches, eigentlich gar nicht zum deutschen Wesen Gehöriges, ja, zu verteufeln. Wir sprechen heute von Autoliberalisten, ganz schlimme Leute, ja, das haben sie damals auch und natürlich schließt das auch an die sozialistische Bewegung an, der Kollektivismus der sozialistischen Bewegung, die ja in Deutschland stark war, ja, und auch so eine große auch durchaus ruhmreiche und interessante Geschichte hat, … vom Klassenkampf zum Volkskampf war es nicht so weit und von der Klassengemeinschaft zur Volksgemeinschaft auch nicht und diese Anschlussmöglichkeiten, auch das Integrative, ja, und zu sagen Einigkeit macht stark, ja, und da muss man auch auf Individualismus verzichten, das ist wichtig und man hat es eben auch praktisch durchgeführt.”
(Anmerkung: Egalitarismus ist die Ideologie, welche Gleichheit von Menschen als Ideal anstrebt)
(Quelle: Youtube: Vortrag >>Wie konnte das geschehen Mit Michael Wolffsohn und Götz Aly<<)
Dr. Götz Aly | Bekannter und mehrfach preisgekrönter Politikwissenschaftler und Historiker | Bundesverdienstkreuz, Geschwister-Scholl-Preis, Ludwig-Börne-Preis etc.
Hitler ist keineswegs so leicht als extrem rechts im politischen Spektrum einzuordnen, wie es viele Leute heute zu tun gewohnt sind. Er war natürlich kein Demokrat. Aber er war ein Populist. Ein Mann, der seine Macht auf Massen stützte, nicht auf Eliten. Im gewissen Sinne ein zu Macht gelangter Volkstribun. Sein wichtigstes Herrschaftsmittel war Demagogie und sein Herrschaftsinstrument war keine gegliederte Hierarchie, sondern ein chaotisches Bündel unkoordinierter, nur durch seine Person an der Spitze zusammengehaltener Massenorganisationen. Alles eher linke als rechte Züge. Offensichtlich steht Hitler in der Reihe der Diktatoren des 20. Jahrhunderts irgendwo zwischen Mussolini und Stalin. Und zwar bei genauerem Hinsehen, näher bei Stalin. Nichts ist irreführender, als Hitler einfach einen Faschisten zu nennen.”
Quelle: Vortrag zum Buch „Anmerkungen zu Hitler“ (1978) von Sebastian Haffner | Originalton: Link)
Sebastian Haffner (1907-1999) | Historiker | Zeitzeuge | Welt-und-Stern-Kolumnist | Träger des Heinrich-Heine-Preises der Stadt Düsseldorf und des Johann-Heinrich-Merck-Preises | Floh 1938 vor dem NS-Staat nach Großbritannien | Winston Churchill war so beeindruckt von Haffners NS-kritischem Buch „Germany. Jekyll and Hyde” (von 1940), dass er das Buch zur Pflichtlektüre für die Minister seines Kriegskabinetts machte.
Linke Politik ist eine Politik der Umverteilung. Häufig von Reich nach Arm. Linke Politik vergrößert die Macht des Staates und schränkt Freiheiten des Individuums ein. Diese Freiheitseinschränkungen geschehen häufig mit der Begründung, dass das Gemeinwohl Vorrang hat. Die Freiheiten des Einzelnen werden hierbei nicht selten zum angeblichen Interesse der Gemeinschaft bzw. des Staates eingeschränkt, z. B. durch hohe Steuern oder mehr Kontrolle. Von daher gilt linke Politik als antikapitalistisch und antiindividualistisch.
Rechte möchten also einen Staat, der sich aus dem Privat- oder Geschäftsleben des Individuums heraushält. Sie möchten einen kleinen Staat, der sich vor allem um Kernaufgaben kümmert, wie z. B. die Wahrung der Sicherheit und Ordnung.
Rechte bevorzugen weniger Umverteilung und mehr Eigenverantwortung für das Individuum. Weniger Bürokratie und Abgaben an den Staat sind daher zentrale Themen der Rechten.
Bei Rechten kommt noch der Aspekt des Konservatismus hinzu. Konservative bevorzugen eine Politik der kleinen vorsichtigen Schritte. Zu radikale Veränderung, außer sie stellen eine vergangene Ordnung wieder her, werden meistens abgelehnt.
Der Hauptfeind der Sozialisten ist der Kapitalist. Sozialismus und Kapitalismus sind Gegenpole im Links-Rechtsspektrum. Nationalismus und Sozialismus sind keine Gegenpole. Zwar war der Sozialist und Begründer des Marxismus Karl Marx ein Internationalist, aber der Sozialist und Begründer der Sozialdemokratie in Deutschland Ferdinand Lassalle war eher ein Nationalist, dem es wichtiger war, Sozialismus im eigenen Land zu etablieren, als international gegen den Kapitalismus zu kämpfen. So wie Hitler auch.
Viele behaupten, Hitler habe sich nur als Sozialist ausgegeben, aber dann Politik für Reiche und Kapitalisten gemacht. Schauen wir uns aber Hitlers linke Politik genauer an, können wir erkennen, dass er keine RECHTE, sondern tatsächlich LINKE Politik betrieb. Hierzu zählen:
- Rentenerhöhung
- Rentnerschutz
- Krankenversicherung für Rentner für einen symbolischen Beitrag von einer Reichsmark
- Lohnzulagen bei Schichtarbeit
- Lohnfortzahlungen
- Kündigungsschutzmaßnahmen
- Reduzierung der Arbeitslosigkeit von 4,8 Millionen Arbeitslosen auf fast Vollbeschäftigung durch staatliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.
- Einführung des ersten Mai als Nationaler Feiertag zur Ehrung der Arbeiter mit voller Lohnfortzahlung (übrigens der erste bezahlte Feiertag für Arbeiter in der deutschen Sozialgeschichte).
- Staatliche Finanzhilfen für Dinge, die damals als Luxus galten, wie zum Beispiel Auslandsurlaube, Radiorempfänger, Autos, ein eigenes Haus mit Garten etc.
- Erhöhung des Anspruchs auf Urlaubstage
- Ausweitung des Freizeitangebots für Arbeiter und Angestellte
- Halbierung von Rezeptgebühren
- Schuldner-Schutz
- Mieterschutz
- Mietendeckel
- Halbierung von Gewerkschaftsbeiträgen für Arbeiter
- steuerliche Begünstigung von Familien
- Kilometerpauschale
- Kinderbeihilfen (später auch als Kindergeld bekannt)
- Schulgeld
- Steuerklassen von denen vor allem Familien profitierten
- Erhöhung der Unternehmenssteuern
- die Körperschaftsteuer wurde von 20 auf 40 und im Krieg auf 55% erhöht
- Einführung und Erhöhung diverser anderer Steuern, zum Beispiel die Reichsfluchtsteuer zur Bekämpfung der Kapitalflucht.
- Hohe Freibeträge bei der direkten Kriegssteuer (80% der Deutschen, lagen unterhalb des Freibetrags).
- Zwangsmaßnahmen gegen Aktionäre
- Einführung des Vierjahresplans, nachdem sich die Wirtschaft zu richten hatte.
Wie wir sehen, wurde hier linke Politik gegen das Kapital, gegen Unternehmer, gegen Reiche geführt und linke Politik für das Proletariat (also Menschen, die von Lohnzahlungen abhängig sind) betrieben . Alles typisch links und nicht rechts.
All diese Maßnahmen und Wohltaten für die ärmeren Bevölkerungsschicht scheinen für den einen oder anderen etwas Positives zu sein. Jedoch muss man bedenken, dass der nationalsozialistische Staat noch vor Kriegsausbruch pleite war. Und wie das mit linker Politik häufig der Fall ist, geht es immer nur so lange gut, bis das Geld der anderen verbraucht ist. Sozialismus ist Diebstahl und endete immer wieder in Leid, Armut, Verbrechen, Unterdrückung und Massenmorden.
So wie auch bei anderen sozialistischen Regimen zeigte sich auch bei Hitler ähnliche Erscheinungen eines totalitären Unterdrückungsapparates:
- Etablierung einer Kommandowirtschaft, Planwirtschaft bzw. auf Staatsziele ausgerichtete Produktion
- Entrechtung und Beschränkung von privaten Unternehmen
- Umverteilung von Besitz
- Ausrichtung auf einen übermächtigen Staat
- Ausweitung von Bürokratie
- Niederschlagung, Unterdrückung oder Einschränkung der Opposition
- Vernichtung oder Beschränkungen von freien Gewerkschaften
- Machtkonzentration in den Händen einer einzigen Partei oder bzw. eines einzigen Diktators (Stalin, Mao und Pot waren auch Linke)
- Gleichschaltung bzw. die Ausrichtung von Medien, Vereinen, Verbänden und anderen Organisationen auf eine sozialistische Weltanschauung
- Verstaatlichung oder Zusammenlegung von mehreren Organisationen in eine besser kontrollierbare Organisation.
- Indoktrination und sozialistische Erziehung der Bevölkerung vor allem der Jugend
- Kontrolle der Medien, Einschränkung des Meinungskorridors
- Schreib- und Sprechverbote
- Intensive Bespitzlung
- Drangsadierung oder Beseitigung von Systemkritikern
- Ausschluss und Verfolgung bestimmter Bevölkerungsgruppen
- Unterdrückung von Demokratiebestrebungen
- etc.
Bemerkenswert ist, dass viele Sozialisten sich immer wieder von linken Terror-Regimen distanzieren oder sie dem rechten Spektrum zuordnen, wenn sich herausstellt, wie brutal sich Linke in diesen Regimen verhalten haben.
Sie sagen dann z. B. dass es kein wirklicher Sozialismus war oder dieser korrumpiert wurde. Aber wenn man so argumentiert, kann man keiner Regierung irgendeine ideologische Ausrichtung zuschreiben. Denn wo gab es schon Kapitalismus, Sozialdemokratie, oder Kommunismus in Reinform. Es sind immer Mixsysteme. Alle, die eine sozialistische Regierung aufstellen wollten, sind in der einen oder anderen Form von den utopischen Idealen des Sozialismus abgewichen. Sie deshalb als keine Sozialisten bzw. keine Linken zu bezeichnen wäre falsch. Die Zielrichtung ist entscheidend. Und die Zielrichtung bei Adolf Hitler war die Planwirtschaft. Bis dahin ging es darum, immer mehr Kontrolle über Unternehmen zu erlangen, Umverteilung, Fürsorge für Schwächere, Einschränkung des Kapitalismus und ein immer mächtigerer Staat, der sich für das angebliche Gemeinwohl einsetzt. Also im Prinzip das, was viele Linke und die meisten Sozialisten möchten.
Nationalsozialisten waren Sozialisten und damit sind sie im politischen Spektrum eindeutig links zu verordnen. Die NSDAP war eine Linkspartei. Nationalsozialismus ist eine linke Ideologie. Und selbstverständlich haben sich auch Linke gegenseitig bekämpft und vernichtet. Auch in der Sowjetunion verschwanden die linken Sozialrevolutionäre, Trotzkisten, Menschewiki und andere linke Gruppierungen. Geschichtlich gesehen, waren Linke extrem intolerant. Auch was den Antisemitismus oder andere Bevölkerungsgruppen betrifft. Und Aussagen wie z. B. die Linke steht für Antiautoritarismus, für eine absolute Gleichheit aller Menschen, gegen Hierarchien, für soziale Gerechtigkeit, Frieden und im Prinzip für alles Gute in der Welt, ist nachweislich und historisch nicht haltbar.

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