Am 1. April 1979 wurde offiziell die Islamische Republik Iran ausgerufen. Die iranische Flagge wurde geändert und der Spruch „Allahu Akbar” 22 Mal in Arabisch auf die Flagge gedruckt. In der Mitte ein tulpenartiges Symbol, welches das Wort Allah repräsentiert. Die Flaggenänderung war auch ein Symbol des Wandels. Iran wurde 1979 von einer weltoffenen westlichen Monarchie zu einer islamistischen Diktatur. Iran hatte vorher einen Schah, was im Persischen übersetzt „König“ bedeutet. Der Schah war sicherlich kein Musterbeispiel für Menschenrechte, aber was nach dem Sturz des Schahs kam, war noch viel schlimmer, vor allem für Frauen.
Wie kam es dazu?
Diverse Linke dachten damals, sie können mit Hilfe von Islamisten die Monarchie im Iran stürzen und eine Art Sozialismus errichten. Sie unterstützen dabei den Islamisten Ayatollah Khomeini im Kampf gegen den pro-westlichen Monarchen. Der Schah Mohammad Reza Pahlavi war ein sehr moderater Muslim und wollte die Moderne nach Iran importieren. Er trat für die Trennung von Islam und Staat, für Frauenrechte, für einen westlichen Lebensstil und für die Öffnung zum Westen ein. Das war den radikalen Muslimen, den Islamisten, ein Dorn im Auge. Linken (international und national) hassten, dass der Schah u.a. Verstaatlichung rückgängig machte, eng mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeitete, seinen Reichtum zur Schau stellte, Kapitalismus förderte und vor allem die marxistische / sozialistische Opposition unterdrückte. Trotz der vielen Investitionen ins eigene Land, des Wirtschaftswachstums, der Stabilisierung der Währung, des Baus einer modernen Infrastruktur, der verbesserten Bildung, Gesundheitsprogramme und der Befreiung von Frauen, wofür ihn viele Iraner liebten, warfen ihm Linke Egoismus, Unterdrückung und Verschwendung vor. Ein nicht kleiner Teil der Iraner war schon lange vorher antikapitalistisch und antiwestlich indoktriniert und von daher fiel es ihnen nicht schwer, sich gegen den Schah zu stellen, den sie als Marionette der USA ansahen.
In den frühen 1920ern hatte die Sowjetunion einen starken Einfluss auf den Iran. Es bilden sich marxistische-leninistische Gruppen und es wurde sogar im Norden Irans eine Sowjetrepublik ausgerufen: Sozialistische Sowjetrepublik Iran, auch bekannt als Sowjetrepublik Gilan. Sie löste sich kurze Zeit später auf, aber das sozialistische, antikapitalistische und antiwestliche Gedankengut penentierte nach und nach in die iranische Gesellschaft. Dies schuf auch ein Fundament, welches der Islamist Ayatollah Khomeini mißbrauchte, um an die Macht zu kommen. Er nutze Sozialistensprech wie z. B. über einen Freiheitskampf, die Abschüttelung des amerikanischen Jochs, den Kampf gegen die Monarchie, gegen Kapitalismus, gegen Kolonialismus, gegen Liberalismus und für eine neue soziale Gerechtigkeit. Dies fand bei Linken im In- und Ausland großen Anklang, dessen Unterstützung er sich damit sicherte.
Linke Gruppen im Iran, wie die iranische marxistisch-leninistischen Tudeh-Partei, die bewaffneten marxistisch-leninistischen Fedayeen-e Khalq und die militante, islamisch-marxistischen Mojahedin-e-Khalq-Wiederstandsgruppe waren letzten Endes maßgeblich daran beteiligt, den Schah zu stürzen (Quelle). Sie organisierten Streiks, mobilisierten Studenten und führten einen bewaffneten Kampf.
So einige von ihnen dachten, dass sich nach dem revolutionären Sieg die Religiösen in die Moscheen zurückziehen und ihnen zumindest teilweise die Staatsführung überlassen würden. Ja, dass sie vielleicht sogar einen sozialistischen Staat etablieren könnten. Doch es kam anders!
Linke Gruppen wurden letztendlich nach der Machtübernahme von Islamisten zerstört, getötet und vertrieben. Das Kalkül der Linken Khomeini als Symbolfigur der Muslime für eine Machtbeteidigung oder vielleicht sogar Machtübernahme nutzen zu können, ging nach hinten los. Die Waffen, die sie in diesem Kampf mitbrachten, richteten sich letzten Endes gegen sie selbst.
Auch andere Diktaturen hatten in muslimischen Ländern zumindest in der Entstehungsphase einen starken linken Einfluss z. B.
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Irak: Die Baath-Partei (Sozialistische Partei der arabischen Wiedergeburt) unter Saddam Hussein.
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Ägypten: Die Arabische Sozialistische Union (ASU) unter Gamal Abdel Nasser.
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Libyen: Die „Große Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija“ unter Muammar al-Gaddafi.
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Afghanistan: Die marxistisch-leninistische Demokratische Volkspartei Afghanistans (DVPA) unter mehreren autokratischen Führern.
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Südyemen: Die marxistisch-leninistische Jemenitische Sozialistische Partei (YSP) unter verschiedenen autokratischen Führern.
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Somalia: Somalische Revolutionäre Sozialistische Partei unter Mohamed Siad Barre
- Sudan: Sudanesische Sozialistische Union (SSU) unter Gaafar Nimeiry
Was können wir aus der Geschichte des Irans für Deutschland und Europa lernen?
Auch heutige Linksradikale, die den Schulterschluss mit Islamisten suchen, werden vielleicht eine Art sozialistische Revolution versuchen, da sie alleine nicht die Schlagkraft und die Erfahrung dazu haben, aber letztendlich würden sie sicherlich selbst Opfer dieser Verbindung werden.
Diverse Linke möchten weiterhin offene Grenzen, über die auch Islamisten bzw. Befürworter eines radikaleren Islams nach Europa einreisen. Es ist von daher von übergroßer Wichtigkeit, die politische Linke mit demokratisch-friedlichen Mitteln zu schwächen, schon alleine weil es aus ihren Reihen staatgefährdende linksextreme Auswüchse gibt, wie z. B. Systemsturzphantasien, Hass und Gewalt gegen Andersdenkende und den Staatsapparat, Verachtung des Rechtsstaates und antidemokrastische Bemühungen.
Vor der islamistischen Revolution 1979 hatte der Iran die größte jüdische Gemeinschaft im Nahen Osten (nach Israel). Heute leben kaum noch Juden im Iran. Ich möchte mir nicht ausmahlen, was mit Nichtgläubigen passieren könnte, wenn Islamisten mit der Hilfe von Linken in Europa an die Macht kommen. Das potenzielle Problem sind nicht die gemäßigten Muslime, sondern die, die sich radikalisiert haben, weil sie den Koran wörtlich nehmen. Und wenn man den Koran wörtlich nimmt, kann dieser als Aufruf zur Eroberung aller Nichtgläubiger verstanden werden.
Toleranz gegenüber anderen Glaubensrichtungen ist vollkommen in Ordnung und wichtig. Aber diese Toleranz hört da auf, wo Einzelne einer Glaubensrichtung dazu aufrufen, politische Macht zu erlangen, um andere zu unterdrücken. Linke rufen heutzutage am lautesten für Toleranz, jedoch sollten sie daran denken, dass diese Toleranz auch den Boden für viel Leid und Unterdrückung bereiten kann.


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