Muss man wissen

Diese Dinge darf man nicht in den Abfluss kippen

Aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit entsorgen viele Menschen umweltschädliche Flüssigkeiten über den Abfluss. Doch nicht alle Stoffe sind für Flüsse, Fische, Tiere und letztendlich auch für uns Menschen unbedenklich. 

Das passiert nach dem Spülen
Nachdem wir die Toilettenspülung betätigen oder den Wasserhahn wieder zudrehen, läuft das Wasser über Rohre hin zum Klärwerk. Dort werden viele schädliche Stoffe gefiltert und das Wasser aufbereitet.

Beim ersten Filtern werden grobe Stoffe wie z. B. Sand, Haare und Toilettenpapier vom Wasser getrennt.

Die nächste Stufe ist die Aufbereitung durch Mikroorganismen. Diese verzehren bestimmte übriggebliebene Schmutzteilchen, Fette und Kohlenhydrate.

Dann kommt die chemische Behandlung. Hier werden Mittel eingesetzt, um bestimmte Schwermetalle und andere Chemikalien zu binden.

Das restliche Wasser wird dann in die Flüsse, Seen oder Bäche geleitet.

Weil das Wasser nicht zu 100 % gereinigt wurde, befinden sich dort immer noch schädliche Substanzen. Substanzen, welche die Umwelt, Fische, Pflanzen, Insekten, Tiere, Mikroorganismen und ggf. auch den Menschen belasten:  Substanzen, die z. B. den Hormonhaushalt verändern oder Krankheiten erzeugen. Beunruhigend: Substanzen können sich zu neuen Stoffen verbinden, deren Wirkung bis heute nicht vollständig  geklärt ist.

Vermeiden Sie folgende Dinge in den Abfluss zu geben:

Zuckerersatzstoffe
Bestimmte Zuckerersatzstoffe wie Acesulfam-K werden nicht herausgefiltert und könnten unter Umständen schädlich für Wasserorganismen sein. Kaufen Sie deshalb weniger Produkte mit Zuckerersatzstoffen.

Öle und Fette

Sie verstopfen Rohre und erschweren die Arbeit in Kläranlagen. Wir empfehlen, Pfannen vor dem Spülen mit Küchenpapier abzuwischen. Kleinere Mengen Öl oder Fette können auch sicher verpackt in den Restmüll  (z. B. in einer gut verschlossenen Flasche). Größere Mengen Öle und Fette werden über den Wertstoff-Hof oder andere Sammelstellen entsorgt.

Wandfarbe

Die meisten Wand-Farben können Wasserorganismen schädigen und sind zum Teil aufgrund von Zusatzstoffen nicht oder nur schwer abbaubar. Wir empfehlen, gebrauchte Pinsel und Rollen nicht abzuspülen. Falls man in den nächsten Tagen weiter streicht, kann man Pinsel und Farbrollen im Farb-Eimer gut verschlossen belassen, wobei man die Borsten oder den Roller in die Farbe taucht, was ein Austrocknen verhindern soll.

Alternativ kann man Pinsel und Farbroller für ein paar Tage mit Frischhaltefolie gut einwickeln, und so  ein vorschnelles Trocknen verlangsamen. 

Wenn man Rolle, Pinsel oder Wand-Farbe nicht mehr benötigt, kann man diese austrocknen lassen und mit dem Restmüll entsorgen. Auch ein Sammeln von flüssiger Farbe ist möglich, um diese dann später auf einem Wertstoff-Hof oder anderen Schadstoffsammlung zu entsorgen. Wenn man Pinsel und Roller nicht wegschmeißen möchte, kann man diese in einem gesonderten Behälter mit Wasser reinigen. Das schmutzige Wasser kann man dann in einer Tonne oder verschließbaren Eimer sammeln und über den Wertstoff-Hof oder andere Sammelstellen entsorgen.

Lacke und Lösungsmittel

Lacke und Lösungsmittel schädigen Wasserorganismen und Pflanzen. Sie sind giftig und können der Natur schaden. Lacke und Lösungsmittel gehören nicht in den Abfluss, Toilette oder Restmüll. Sie sollten gesammelt und zum zum Wertstoffhof bzw. zur Schadstoffsammelstelle gebracht werden. Manche Baumärkte bieten hier auch eine Entsorgungsmöglichkeit.

Medikamente

Einige Medikamente sind nur schwer biologisch abbaubar und gelangen teilweise inklusive Nebenwirkungen in den Wasserkreislauf. Besser ist die Entsorgung in der Apotheke oder über den Recyclinghof. Aber auch schon vor der Einnahme kann man schauen, ob es vielleicht Alternativen gibt. Z. B. sorgen die Stoffe in der Antibabypille dafür, dass Fische sich nicht mehr so gut fortpflanzen können. Hier könnten andere Verhütungsmittel zum Umweltschutz beitragen.

Mikroplastik und Nanopartikel in Pflegeprodukten und Kosmetika

Häufig kommen diese Stoffe in bestimmten  Duschgels, Zahnpasta und Schönheitsprodukten vor. Diese Stoffe können nur schwer von Kläranlagen herausgefiltert werden. Sie gelangen wieder in die Nahrungskette und haben einen negativen Einfluss auf Bakterien, Wasserorganismen, Tiere und Menschen, Besser ist es Bioprodukte zu kaufen, die meistens schnellere abbaubare Inhaltsstoffe haben.

Rohr- und Abflussreiniger

Bestimmte Stoffe, die in den meisten Rohr- und Abflussreinigern enthalten sind, können nicht durch Kläranlagen gefiltert werden und sorgen für eine Versalzung von Gewässern. Alternativ kann man mit mechanischen oder biologisch verträglichen Mitteln verstopfte Abflüsse frei machen, wie z. B. mit einer Saugglocke, Rohrspirale, per Hand, der Kombination aus Essig und Natron oder durch das Abschrauben des Abflussrohres/ bzw.  -Schlauches. Anleitungen hierzu findet man im Internet.

Grundsätzlich gilt: Lesen Sie Hinweise auf der Packung oder dem Produkt. Nutzen Sie chemische Abfluss- und Rohrreiniger sparsam, um die Umwelt zu schonen.



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