Anmerkung: Ich bin Gegner des Nationalsozialismus und jeder andern linksextremen Ideologie.
Wieso haben sich so viele Menschen für Hitler entschieden? Warum wurde Hitler gewählt?
Nationalsozialisten haben im Wahlkampf dafür geworben, Armut, Hunger, Not und Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, Hierarchien abzubauen, Gleichberechtigung zwischen den Klassen herzustellen, die Gemeinschaft untereinander zu fördern und den Kapitalismus zu bekämpfen. Sie sprachen sich für mehr Zensur in den Medien aus und wollten den Staat mit mehr Macht ausstatten, für ein angebliches Allgemeinwohl.
Also im Prinzip nicht ganz unähnliche Punkte, die man den Wahlprogrammen heutiger Linksparteien entnehmen kann.
Hinzu kamen noch nationalistische und antisemitische Forderungen, die unter damaligen Linken keine Seltenheit waren.
Hierzu sei angemerkt:
Professor Jürgen W. Falter, der als weltweit führender Forscher bezüglich der Wähler und Mitglieder der NSDAP gilt, berichtet, dass Antisemitismus nur für eine Minderheit der NSDAP-Mitglieder ein vorrangiges Motiv war; zumindest lässt sich dies aus den Quellen nicht flächendeckend nachweisen. Der primäre Beitrittsgrund zur NSDAP scheint demnach nicht zwangsläufig der Antisemitismus gewesen zu sein.
Hitler und die NSDAP versprachen eine klassengegensatzüberwindende Volksgemeinschaft sowie eine Verbindung von Nationalismus und Sozialismus, was die Sehnsucht vieler Menschen nach nationaler Harmonie und Einigkeit ansprechen sollte.
(Quelle)
Der Historiker und Soziologe Dr. Dr. Rainer Zitelmann legt dar, dass seine empirischen Daten zeigen, dass Antisemitismus als Motiv in Hitlers Reden während der Phase seines Aufstieges (1929–1933) kaum noch eine zentrale Rolle spielte. Zudem merkte Zitelmann an, dass Antikapitalismus und Sozialismus vor 1933 wichtige Beweggründe waren, der NSDAP beizutreten.
1945, nach dem Krieg, war unter den befragten (ehemaligen) NSDAP-Parteimitgliedern der Sozialismus als Motiv, die am häufigsten ideologische Einstellung.
(Quelle)
Bezüglich des beworbenen Nationalismus, darf ich anmerken, dass einer der Gründerväter der SPD bzw. der Begründer der Sozialdemokratie in Deutschland Ferdinand Lassalle selbst auch nationalistisch dachte. Er wollte den nationalen Arbeiterstaat, und er war Befürworter eines Staatssozialismus, wie es auch Hitler bewarb.
Lassalle und Karl Marx waren verbitterte Konkurrenten, obwohl sie beide Sozialismus propagierten. Karl Marx war ein Verfechter des internationalen Sozialismus, der den Kapitalismus als einen internationalen Gegner sah und dementsprechend auch international bekämpfen wollte. Lassalle und auch Hitler wollten Sozialismus national einführen und fördern. Internationaler und nationaler Sozialismus waren konkurrierende Ideen mit der gleichen Zielsetzung: dem Sozialismus.
Und Sozialismus war es auch, warum die Menschen sich für Hitler begeisterten. Durch den 1. Weltkrieg, und dadurch resultierende Kriegsschulden sowie Reparationszahlungen, durch Hyperinflation und die Weltwirtschaftskrise, herrschte Ende der 20er und Anfang der 30er bittere Armut und Not in Deutschland. Dies trieb viele Menschen zu sozialistischen Parteien wie der SPD, KPD und NSDAP. Aber auch die christliche Zentrumspartei konnte durch die Stimmung profitieren, indem sie mit christlichen Werten und Stabilität warb.
Die Idee der sozialistischen Parteien war, dass man mit mehr Umverteilung und Politik für die unteren Schichten die Krise bewältigen kann. Die KPD wollte einen radikalen Sozialismus. Die NSDAP einen pragmatischen Sozialismus mit der Nutzbarmachung von Unternehmern (anstatt sie auszuschließen oder zu töten). Die SPD warb zwar noch mit linker/sozialistischer Politik, jedoch ohne große Umbrüche zu versprechen. Die SPD galt für viele andere Linke sogar als Verräter an der sozialistischen Idee, als Sozialfaschisten und Handlanger des Bürgertums.
Die große Anzahl der verarmten Wähler entschieden sich mit der NSDAP für einen Mittelweg, aus weniger radikalem, aber auch nicht zu laschem Sozialismus.
Viele der sozialistischen Ideen wurden übrigens im Nationalsozialismus letztendlich umgesetzt und waren zeitweise erfolgreich. Aber wie es in sozialistischen Diktaturen üblich ist, geht irgendwann mal das Geld der anderen aus und das jeweils linke Regime bedient sich dann immer härteren Maßnahmen und Repressionen auch gegen das eigene Volk.


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