Muss man wissen Politik

ANTIFA bedeutet nicht Antifaschismus

Viele meinen, Antifa bedeutet Antifaschismus. Doch das stimmt nicht; sonst müsste es ja heißen „DER ANTIFA“. Es heißt aber „DIE ANTIFA“ und das steht für „ANTIFASCHISTISCHE AKTION“. In ihrer Ausprägung ist sie eher das Gegenteil vom Antifaschismus, wie ich weiter ausführen werde.

Sie wurde im Mai 1932 von der heutzutage verfassungswidrigen KPD (Kommunistische Partei Deutschlands)  ins Leben gerufen und war in erster Linie als ein Mittel gedacht, um die Konkurrenzpartei SPD klein zu halten.  Die SPD war der Hauptfeind und als gefährlicher eingestuft als die NSDAP.

Die Antifa bezeichnete die SPD als „Sozialfaschisten“. Dies war der zentrale Kampfbegriff. Die SPD gäbe angeblich nur vor links bzw. sozialistisch zu sein. In  Wahrheit wäre die SPD aber rechts und faschistisch, ein Handlanger der Kapitalisten, ein Arbeiterverräter und würde gegen die sozialistische bzw. marxistische Befreiung arbeiten, so die KPD.

Abbildung: Plakat, das 1932 von der KPD veröffentlicht wurde, zeigt die Gegnerschaft zur SPD. Quelle: Sachwörterbuch der Geschichte Deutschlands und der deutschen Arbeiterbewegung (1969), Berlin (DDR): Dietz 1969, 2 Bde.

Die SPD wurde, wie man hier deutlich sehen kann, klar mit Faschismus und Kapitalismus assoziiert und als Feind der KPD bzw. deren Arbeitgerbewegung abgebildet. 

Auch hier: 
Auf diesem obigen KPD-Plakat erkennt man deutlich den Vorwurf,  dass die SPD mit Kapitalisten zusammenarbeitet, um den Arbeiter das Geld aus den Taschen zu ziehen.  Damals sah man es als faschistisch an, wenn man so wie Mussolini (der Erfinder des Faschismus) eine Kehrtwende vom Sozialismus zum Kapitalismus vollzog. Dieser hat sich anfänglich sozialistisch gegeben, hat dann aber große Zugeständnisse an den Kapitalismus gemacht. 
KPD-Plakat
© Deutsches Historisches Museum

Abbildung oben: KPD-Plakat, bei dem der gefesselte Friedrich Ebert (ehm. SPD-Kanzler) zusammen mit anderen einen Abhang runtergetreten wird. 

Die SPD hingegen nannte KPDler „Kozis“ (in Anlehnung an die Nazis) oder auch als Faschisten. (Link / Link)
1931, noch bevor sich die Antifa gründete, wurde unter SPD-Führung die sogenannte „Eiserne Front“ etabliert. Sie galt als Zusammenschluss gegen Feinde der Weimarer Republik und Feinde der Demokratie. Die SPD wollte auch mit Mitteln der Gewalt gegen die KPD und NSDAP vorgehen. Vor allem die KPD hat zuvor immer wieder mit Straßenschlachten, Putschversuchen und Umsturzversuchen die Weimarer Republik gefährdet, z. B. mit den Spartakusaufständen 1919, Ruhrkampf 1920, Märzkämpfe 1921, Hamburger Aufstand 1923 oder anderen gewalttätigen Aktionen.


Dies war auch der Grund, warum der Rote Frontkämpferbund der KPD im Blutmai 1929 bekämpft und verboten wurde. Viele Gewaltaktionen gab es auch von der Seite der NSDAP. Und weil es sich abzeichnete, dass die NSDAP die Wahl gewinnen wird, war die NSDSP im Fokus der eisernen Front.

Das ganze Klima in Deutschland war sehr gewalttätig. Parteien haben sich in der Öffentlichkeit brutal bekämpft und ließen teilweise auch Morden. Es standen sich paramilitärische Gruppen der einzelnen Parteien gegenüber. Was die SA für die NSDAP war, war der Rote Frontkämpferbund für die KPD: eine auf Gewalt spezialisierte, paramilitärische, radikale Vereinigung.  Der Rote Fronkämpferbund wurde 1929 verboten. Als Alternative wurde  dann die Antifa ins Leben gerufen. Sicherlich hat man damit versucht, einen nur losen Zusammenschluss zu schaffen, damit man nicht so leicht verboten werden konnte. Z. B. indem man auf feste Strukturen verzichtete und es nur als eine „Aktion“ bezeichnete.  Es entstand die Antifaschistische Aktion, unter dessen Banner der Wahlerfolg der KPD auch mit Mitteln der Gewalt gesichert werden sollte. 

Antifa, Eiserne Front, SAAlso nochmal zusammengefasst:

  • Paramilitärischer Arm der KPD: Roter Frontkämpferbund (später Antifa als loses Bündnis / Symbol um einem Verbot entgegenzuwirken)
  • Paramilitärischer Arm der NSDAP: SA
  • Paramilitärischer Arm der SPD:  Eiserne Front

Kurt Schuhmacher

Der spätere Vorsitzende der SPD Kurt Schumacher sagte 1930: „Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Hass gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt.“ (Quelle: Volker Schober: Der junge Kurt Schumacher, 1895-1933 S. 329)

Der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann bezeichnete die Eiserne Front hingegen als „Terrororganisation des Sozialfaschismus“. 

Zu dieser Zeit warfen sich die drei Parteien NSDAP, SPD und KPD Faschismus gegenseitig vor, insbesondere in der heißen Phase des Wahlkampfes. 

GoebbelsNachdem Hitler die Wahl im Juni 1932 gewonnen hatte, aber der Reichspräsident Hindenburg statt Hitler anzuerkennen, lieber per Notverordnung seinen eigenen Mann Franz von Papen einsetzte, organisierte Walter-Ulbricht (KPD) zusammen mit Goebbels (NSDAP) im November 1932 Protestaktionen. Aktivisten der NSDAP und KPD demonstrierten 5 Tage lang Hand in Hand, teilweise gewaltsam gegen den von Papen und Hindenburg regierten Staat. Es kam zu Toten. (Quelle: Der Spiegel 44/2007)

Tählmann sagte hierzu: „Bei der Auslösung von Streiks in den Betrieben […] sei die Hereinnahme von Nazis in die Streikkomitees […] absolut notwendig und erwünscht.“   (Quelle: Walter Ulbricht: der deutsche Kommunist (1893-1945)
Buch des Historikers Ilko-Sascha Kowalczuk)

SPD-anhänger waren bei diesem Streik nicht erwünscht. Kein Wunder, die SPD war ja schließlich immer noch der Hauptfeind.  Auch Goebbels (Hitlers zweiter Mann und Sprachrohr der NSDAP) äußerte sich hierzu, dass man mit diesem Streik gegen bürgerliche Methoden kämpft, dass es ein revolutionärer Kampf ist und dass man selbst schließlich eine sozialistische Partei sei. (Quelle: Joesef Goebbels Tagebuch  – Einträge vom 2. und 4. November 1932)

Anmerkung: Damals verwendeten Sozialisten häufiger das Wort bürgerlich statt „rechts“. Mit bürgerlich war das Bürgertum gemeint, das in den Augen von Sozialisten rechts stand. Es war damals eine Schicht der Bessergestellten.  Bürgerliche (Rechte) waren die Feinde der Sozialisten. Das Proletariat (im Prinzip die ärmere Gesellschafts-Schicht der Lohnabhängigen) war links und kämpfte gegen das rechtsstehende Bürgertum (verkürzt gesagt: Menschen, die besseren Zugang zu Bildung, Kapital- und Produktionsmitteln besaßen). Für Sozialisten war das Bürgertum die herrschende Klasse, die sie umstürzen wollen. Goebbels drückte also aus, dass man mit dem gemeinsamen Streik (NSDAP+KPD) gegen Rechte kämpft.

Die KPD, also die Gründerpartei der Antifa, hat bereits vorher am 2.9.1932 einen Misstrauensantrag gegen die Regierung Papen-Hindenburg gestellt und hat dann zusammen (Hand in Hand) mit der NSDAP für das Mißtrauen gestimmt. Wäre so ein Mißtrauen nie ausgesprochen worden, wäre es vielleicht nie zu einem Hitlerdeutschland gekommen. Auch sonst hat die KPD häufiger zusammen mit der NSDAP gestimmt.

Aus dieser Verbandelung von KPD und NSDAP sehen wir, dass es der Antifa nicht darum ging, einen antifaschistischen Kampf für eine Demokratie zu führen, sondern rein um Machtverhältnisse, vor allem kurz vor Wahlen. 

Auch heute versucht die Antifa, Wahlen für linke Parteien zu entscheiden. Dabei kommen auch Gewalt und Störungen demokratischer Prozesse zum Einsatz. Also ganz ähnlich faschistisch wie die SA zur damaligen Zeit, die z. B. Wahlkampfveranstaltungen und Versammlungen des politischen Gegners störten.
Antifa Die Antifa begründet diese Aktionen mit dem angeblich heroischen Kampf gegen Rechts. Wer aber eine ganze politische Richtung inklusive deren Mitglieder von der gesellschaftlichen Mitbestimmung ausschließen will oder mit Gewalt bedroht, wird selbst zum Faschisten. Wo das hinführen kann, können wir an der Anti-Rechts-Bewegung unter dem linken Diktator Mao sehen, der in den 50er-Jahren ca. 550000 Menschen als Rechte einstufte, sie in Erziehungshaft steckte und teilweise ermordete. All dies fußte auf der angeblichen moralischen Überlegenheit von Links und einer eingebildeten Gefährlichkeit von Rechts. Dabei steht Rechts einfach nur für traditionellen Wert, wie z. B. Familie, Vaterlandsliebe, Ordnung, individuelle Verantwortung und Freiheiten, vorsichtige Politik in kleinen Schritten, Sicherheit, den Rechtsstaat, die freie Marktwirtschaft und Stabilität. Man könnte auch sagen wie in etwas der Duden: Konservatismus und Antisozialismus. Also im Prinzip das, was die Mehrheit der Deutschen im Moment möchte. Wenn sich jetzt eine radikale Gruppierung wie die Antifa mit undemokratischen und unfriedlichen Mitteln gegen diese Werte erhebt, versucht sie im Prinzip die Mehrheit zu unterdrücken, was wiederum faschistisch ist. 

Was bedeutet Faschismus?
Der Faschismus war ein von Mussolini errichtetes Herrschaftssystem in Italien. Die Bewegung des Faschismus gründete sich, als Mussolini in Milano am 23. März 1919 mit ca. 200 Gewerkschaftssozialisten, Republikanern, Anarchisten,  Revolutionären, Ex-Soldaten und unzufriedenen Sozialisten zusammenkam.

So formte sich die „Fasci italiani di combattimento“ (wörtlich: „Italienische Kampfverbände“) und 1921 wurden diese zur Partei „Partito Nazionale Fascista“ (National-Faschistische Partei). 

Das Faschistische Manifest hatte noch zu der Zeit sozialistische Züge, wie z. B. verkürzte Arbeitszeiten, Gesetzgebung durch Räte, gleiche Repräsentanz von Männern und Frauen, Vermögenssteuern, Einschränkung von Privateigentum,  Verstaatlichung von Kirchenbesitz und Rüstungsindustrie, Selbstverwaltung von Betrieben und öffentlichen Dienstleistungen durch die Belegschaft. (Quelle:  https://www.anpi.it/libri/manifesto-dei-fasci-italiani-di-combattimento) . Viele der Punkte wurden jedoch im Laufe der Zeit aufgeweicht oder erst gar nicht umgesetzt. Von daher auch die gegenseitige Anschuldigung von den Parteien KPD, SPD und NSDAP in der Weimarer Republik und vor allem im Wahlkampf faschistisch zu sein, also nur von Sozialismus zu sprechen, aber ihn in Wirklichkeit nie umsetzen zu wollen. Also praktisch den Arbeiter mit Sozialismusversprechungen nur belügen zu wollen.

Heutzutage bezeichnet man Faschismus im Allgemeinen als etwas, das extrem autoritäre und intolerante Züge hat. Autoritär bedeutet dieser allgemeinen Definition, dass man sich den Ansichten einer Gruppe oder Person unterwerfen soll. Genau dieses Merkmal sehen wir bei Teilen der Antifa, welche keinen Respekt vor Demokratie, dem Rechtsstaat und Menschenrechten hat z. B. wenn es um bestimmte Andersgesinnte geht, wie z. B. AFD-Politiker. Das fängt bei der Chancle-Culture an und geht weiterhin über zur Gewalt gegen den politischen Gegner. Würde die Antifa in Regierungsverantwortung kommen, kann man davon ausgehen, dass sie die Menschenrechte von rechtsstehenden Bürgern einschränken würde insbesondere:
Artikel 1 (Freiheit, Gleichheit, Solidarität)
Artikel 2 (Verbot der Diskriminierung)
Artikel 3 (Recht auf Leben und Freiheit)
Artikel 7 (Anerkennung als Rechtsperson)
Artikel 10 (Gleichheit vor dem Gesetz)
Artikel 9 (Schutz vor Verhaftung
Artikel 10 (Anspruch auf faires Gerichtsverfahren)
Artikel 12 (Freiheitssphäre des Einzelnen)
Artikel 17 (Recht auf Eigentum) 
Artikel 18 (Gedankenfreiheit)
Artikel 19 (Meinugnsfreiheit)
Artikel 20 (Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit)
Artikel 21 (Allgemeines und gleiches Wahlrecht)

Also im Prinzip Einschränkungen und Verstöße, die so üblich waren für sozialistische Regime wie die Sowjetunion.

Bereits damals in den Gründungsjahren der Antifa hat sich die KPD eng mit Stalins Machtapparat abgesprochen. Die KPD galt sogar als verlängerter Arm Moskaus. Sie wollte Deutschland ganz offiziell zu einer Sowjetrepublik machen. Und so wie unter Stalin wäre es auch in einem von der KPD gewünschten Sowjetdeutschland zu viel Leid, Mord und Totschlag gekommen, hätte sich die KPD mit ihrer Antifa durchgesetzt. Auch wäre die politische Konkurrenz, egal ob links oder rechts von der KPD, sicherlich beseitigt oder unwirksam gemacht worden, wie bei praktisch allen sozialistischen Regimen. 
Ulbricht, Stalin, MaoNach dem 2. Weltkrieg gab es eine unfreiwillige Zwangsehe zwischen SPD und KPD per Moskaus Wille. Das brutale menschenrechtsverachtende Regime der DDR entstand aus dieser Vereinigung.
Heute laufen Antifa-Anhänger wieder mit roten Sowjetfahnen herum und wollen einen Systemsturz. Das sollte eigentlich jeden echten Demokraten und echten Antifaschisten aufhorchen lassen. 

Die Sowjetunion machte sich, wie auch die DDR, stark gegen den Faschismus. Aber wie auch das zweite Wort in der Abkürzung DDR, passt auch das erste Wort in der Abkürzung Antifa nicht zum Inhalt. 

Es ist von außerordentlicher Wichtigkeit, die Antifa als das zu benennen, was sie ist: eine in großen Teilen faschistische Organisation, die als Hilfsmittel linker Parteien eingesetzt wird, um politische Gegner zu bekämpfen und somit Demokratie auszuhöhlen, ggf. sogar mit dem Endziel, einen sozialistischen Staat zu gründen oder anderweitig Deutschland in Chaos versinken zu lassen.

Vor allem im Bezug auf die Verbindungen der Antifa mit der islamischen Szene, wie z. B. Hamasbeführwortert ist bedenklich. Bereits in den 70ern haben sich linksradikale RAF-Terroristen im nahen Osten von Palästinensern für Terrorakte ausbilden lassen, um den deutschen Staat zu bekämpfen. Damals hat man das Problem ernst genommen und konnte es eindämen. Heute wäre eine kombinierte Bedrohungslage von Islamismus + Linksextremismus bei der Masse ihrer Anhänger kaum zu bewältigen. Deshalb muss die Devise lauten, keine linken Parteien mehr zu wählen, damit man auch ein Worst-Case-Szenario bewältigen kann. Ich hoffe es kommt es wird niemals zu einem Worst-Case-Szenario kommen. Die Warnung des bekannten italienischen Schriftstellers Ignacio Silone passt in unsere Zeit mehr als denje: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus.‘ Er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus‘.“ 

Quelle: Zitiert nach François Bondy – Journalist, Biograph und langjähriger Freund von Ignacio Silone. Nachzulesen unter: Pfade der Neugier: Zehn Portraits von François Bondy (1988)



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