Politik

War Antisemitismus in Deutschland schon immer links?

Das Vorweg: Ich bin projüdisch eingestellt und verachte Antisemitismus. Diese Abhandlung soll einem wissenschaftlichen und gesellschaftsaufklärenden Diskurs dienen.

Die Vorgeschichte des linken Antisemitismus finden wir im Christentum.

Im 4.-8. Jahrhundert wurde das Christentum die dominante Religion in Deutschland. Das Christentum selbst hatte viele sozialistische Glaubensgrundsätze, wie z. B. dass Reiche nicht in den Himmel kommen (Matthäus 19,24), dass die Habsucht die Wurzel allen Übels ist (1. Timotheus 6,10), dass Handel etwas Schlechtes sein kann (Johannes 2,16), dass Geldverleih etwas Verwerfliches ist (Lukas 6,34–35),  dass man dem Geld nicht dienen solle (Matthäus 6,24) und die Glorifizierung von Bedürfnislosigkeit. ( z. B. Lukuas 14,33 / Lukas 6,20) (Quelle)

So kam es, dass viele Christen Berufe vorzogen, die nicht mit Geld oder Handel zu tun hatten. Vor allem der Geldverleih war verpönt. Sie überließen es der jüdischen Bevölkerung, dies zu tun, und verboten ihnen viele andere Berufe, z. B. im Handwerk und in der Landwirtschaft bzw. machten es ihnen schwer, solche Berufe zu ergreifen.

Dies führte dazu, dass viele Menschen jüdischen Glaubens in Berufe gedrängt wurden, die mit Geld zu tun hatten, wie z. B. dem Beruf des Kaufmannes und des Geldverleihers. Oftmals isoliert von der christlichen Gesellschaft, wurde die berufliche Tätigkeit von Generation zu Generation weitergegeben und ausgebaut. Jüdische Familien kamen zu Reichtum und es kam in der christlichen Bevölkerung Sozialneid auf.  Gerüchte und Verschwörungstheorien wurden verbreitet, die dann nicht selten zu Mord und Totschlag führten, eventuell auch, um die eigenen Schulden loszuwerden oder sich um den Besitz der Oper herzumachen. Jedenfalls wurden teilweise ganze Gemeinden ausgelöscht. 

Die empfundene jüdische Dominanz von Finanz- und Handels-Unternehmen und Berufen führte auch im 19. und 20. Jahrhundert zu dem falschen Eindruck, dass die jüdische Bevölkerungsgruppe angeblich dem Kapitalismus von Natur aus näher stand, als es bei anderen Bevölkerungsgruppen der Fall war. Oder das Juden angeblich habsüchtiger, egoistischer,  seien. 

Dies erklärt auch, warum  später viele Linke Kapitalismuskritik mit Antisemitismus verbanden. Sie sahen Juden als Teil des Kapitalismus an.  

1879 z. B. gründete Wilhelm Marr, ein linksradikaler Politiker, die erste antisemitische politische Vereinigung des deutschen Kaiserreichs, die Antisemitenliga. Er prägte den Begriff Antisemitismus, der später in aller Welt als Synonym bzw. Alternativbezeichnung für Judenfeindlichkeit benutzt wurde. Marr verbreitete Verschwörungstheorien von einem angeblichen Weltjudentum und einem Kampf zwischen Germanentum und Juden. Sein Ziel war es, Juden aus Deutschland zu verbannen.

Aber auch bereits früher, 1843, also 46 Jahre bevor Hitler geboren wurde, verbreitete Karl Marx heftigstes antijüdisches Gedankengut.

Zur Judenfrage

Karl Marx schrieb in seinem Buch: „Zur Judenfrage“: 
 „Welches war an und für sich die Grundlage der jüdischen Religion? Das praktische Bedürfnis, der Egoismus.” […]
„Das Geld ist der eifrige Gott Israels, vor welchem kein anderer Gott bestehen darf.” […]
„Die chimärische Nationalität des Juden ist die Nationalität des Kaufmanns, überhaupt des Geldmenschen. Das grund- und bodenlose Gesetz des Juden ist nur die religiöse Karikatur der grund- und bodenlosen Moralität und des Rechts überhaupt, der nur formellen Riten, mit welchen sich die Welt des Eigennutzes umgibt.”
(Begriffserklärung: Chimärisch bedeutet trügerisch)
„Die gesellschaftliche Emanzipation des Juden ist die Emanzipation der Gesellschaft vom Judentum.“ […]

Diesen letzten Satz griff die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) auf, indem sie ihn in ihrer sozialistischen Tageszeitung „Die Rote Fahne“ im März 1923 zitierte mit dem Zusatz: „Den Nationalsozialisten ins Stammbuch.“  (Link

Das heißt im Prinzip, die KPD brüstete sich, bereits vor den Nationalsozialisten Antisemiten gewesen zu sein.
Also im Prinzip: >>Schaut mal her, wir waren schon lange vor euch Antisemiten.<< oder >>Wir sind gar nicht so verschieden.<<

Anmerkung: Ein Stammbuch ist eine Sammlung der jüngsten Familiengeschichte einer Person. Wer im Nationalsozialismus beweisen musste, dass er keine jüdischen Vorfahren hatte, tat dies mit den Stammbüchern der Vorfahren (Eltern, Großeltern etc.), um dort die gesammelten Geburts- und Heiratsurkunden vorzulegen. 

Jetzt sage der eine oder andere, aber wie kann das sein? Marx war doch selbst Jude, er meinte seinen Antisemitismus bestimmt nicht ernst. 

Dazu sei gesagt, dass es Deutsche gibt, die Deutsche hassen. Oder Menschen, die in christlichen Familien aufwuchsen und  Christen hassen. Oder Franzosen, die den Deutschen halfen Frankreich besetzt zu halten. 

Zusätzlich spielte bei Marx wahrscheinlich Genetik weniger eine Rolle als der Wunsch, Juden umzuerziehen. Man muss dazu sagen, dass Marx auch in genetischer Hinsicht gegen das Judentum hasserfüllt sprach. Hier z. B. in einem privaten Brief an seinen Verbündeten Friedrich Engels, als er über Ferdinand Lassalle (einen sozialistischen Politiker) sprach. Zitat:  „Es ist mir jetzt völlig klar, dass er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, – von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzten). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz muss ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft.“

Quelle: Karl Marx, Brief an Friedrich Engels vom 30. Juli 1862 (Link / Link

Karl Marx macht sich hier über das Aussehen und das Verhalten von einem sozialistischen Poliker lustig, das er als Produkt einer genetischen Kreuzung von Juden und Schwarzen ansieht. Also extrem rassistisch. 

Randbemerkung: Karl Marx war ein Bewunderer von Charles Darwin, der durch seine Theorie, welche die Evolution durch die Vererbung vorteilhafter Merkmale erklärte. Auf diesen naturwissenschaftlichen Kern baute später der Sozialdarwinismus auf, der biologische Prinzipien fälschlicherweise auf menschliche Gesellschaften übertrugen wollte. Daraus entstand wiederum die Eugenik, welche die Grundlage für die Rassenhygiene der Nationalsozialisten bildete. Diese Vorstellungen waren bereits vor den Nationalsozialisten in der Arbeiterbewegung und ihren intellektuellen Kreisen verbreitet. Dort existierte die radikale Idee, einen ‚neuen Menschen‘ zu formen, indem man biologische Prinzipien auf die Gesellschaft anwendete, um vermeintlich minderwertige Erbanlagen zu eliminieren.

Jedenfalls: Aus diesem privaten Brief von Marx an Engels sehen wir, dass der Antisemitismus von Karl Marx ernst gemeint war und seine Verachtung sich auch auf die Genetik bezog. Zudem erkennen wir, dass Karl Marx ein Rassist war, und diese ganze Argumentation, dass Linke keine Rassisten sein können, völlig entkräftet wird.

Zudem kommt ja auch noch, dass viele sozialistische Regime, die sich auf Marx bezogen, mit Gleichheit nichts am Hut hatten und andere Bevölkerungsgruppen gnadenlos unterdrückten, z. B. wurden unter Stalin Homosexuelle verfolgt, Genocide an den Ukrainern begangen (durch Aushungern) und auch andere Linke wie die Trotzkisten, Menschwiki und die Partei der linken Sozialrevolutionäre gnadenlos verfolgt wurden, obwohl sie auch Linke waren.

Besonders bemerkenswert ist, dass Stalin 1948-1953 einen antisemitischen Kampf (Link) führte. Er bezeichnete Juden als wurzelloser Kosmopolit und ließ, laut der Lebensbeichte des ZK-Funktionärs Poljakow, Listen von Juden und Halbjuden erstellen, um sie zu deportieren (Link). Lager dafür sollen sich bereits im Bau befunden haben. 

Jetzt sag der eine oder andere Linke, ja, Stalin war kein echter Sozialist oder Kommunist. Dann können Sie mir aber solche Linken mal erklären, warum ihre Glaubensbrüder mit der Sowjetflagge rumlaufen. Oder warum Sie ein Che-Guevara-T-Shirt tragen, wenn doch das kubanische Regime Homosexuelle ins KZ sperren ließ? Viele Linke liefen in den 60ern außerdem mit einer Mao-Bibel herum, wobei Mao noch mehr Menschen in der eigenen Bevölkerung tötete als Hitler. 

Manche Linken sagen ja, dass der Antisemitismus von Karl Marx nicht ernst gemeint war und nur dazu diente, anderen einen Spiegel vorzuhalten. Wie wir aber sehen können, war es ernst gemeint, und die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) hat diesen Antisemitismus aufgegriffen. Wie z. B. hier:

Ruth Fischer Antisemitismus KPD Kommunisten

Die Kommunisten in der KPD (teilweise drittstärkste Kraft in der Weimarer Republik) haben sich in ihrer Kapitalismuskritik immer wieder judenfeindlich geäußert. 

Der Kommunist Otto Heller (ehem. Redakteur bei der sozialdemokratischen Zeitung Vorwärts und Journalist für die kommunistische Zeitung „Die Rote Fahne“) sagt, dass die Juden seit Beginn ihrer Geschichte vorwiegend ein Handelsvolk gewesen seien. Die einheitliche ökonomische Grundlage jüdischer Existenz bildete die Erklärung für die Erhaltung des Judentums durch die Jahrtausende. Aus einer Nation seien sie zu einer nicht vollständig assimilierbaren »internationalen Kaste« geworden. Daraus, so Heller weiter, resultierten die gesellschaftlichen Konflikte zwischen Juden und Nichtjuden.  (Link
In seinem WerkDer Untergang des Judentums“ erklärte er 1931 die Auflösung des Judentums im Sozialismus. (Quelle)

Die menschenverachtende Haltung der KPD zeigt, dass es nicht nur die Nationalsozialisten waren, welche Juden mit Kapitalismus verbanden, sondern auch andere Sozialisten/Kommunisten.

Selbst die SPD hatte noch, bevor die KPD gegründet wurde, stark antisemitische Tendenzen. In der Parteizeitschrift „Der Sozialdemokrat“ wurden antijüdische Passagen der Frühschrift von Karl Marx Zur Judenfrage nachgedruckt. Man wollte hier sicherlich demonstrativ zeigen (zumindest in Teilen), dass die SPD antisemitisch sei. (Quelle: Sozialdemokrat, Nr. 27, Ausgabe vom 30. Juni 1881 und Sozialdemokrat, Nr. 28, Ausgabe vom 7. Juli 1881). Zwar stellte sich die Ikone der SPD August Bebel später gegen eine antisemitische Linie der Partei, da er nach seinen Worten „das jüdische Ausbeutertum“ nur als Resultat des Kapitalismus und der bürgerlichen Gesellschaft ansehe,  aber teilte selbst offen antisemitische Vorurteile. So sagte Bebel auf dem Parteitag im Oktober vom 22. bis 28. Oktober 1893 in Köln: „Es handelt sich eben um zwei in ihrem Charakter und ihrem ganzen Wesen grundverschiedene Rassen, deren Grundverschiedenheit durch 2000 Jahre hindurch bis heute aufrechterhalten worden ist.“ […] „Ich gestehe, ich kann eine gewisse Bewunderung nicht unterdrücken für eine Rasse, die trotz all dieser furchtbaren Verfolgungen sich dennoch in ihrer Art weiter entwickelt und selbständig aufrecht erhalten hat; eine Erscheinung, die außer bei den Juden nur noch bei einem Volke in der Geschichte, den Zigeunern, sich zeigte.” (Heiterkeit)
[…] „Viele jüdische Kapitalmagnaten haben entweder persönlich oder durch ihre letzten Vorfahren durch diese Art Schacher die Grundlage für ihre heutige Stellung geschaffen.“ […] „Wenn heute der Bauer seine Produkte verkauft, Kartoffeln, Getreide. Hopfen, Tabak, Wein, wer sind die Käufer? Juden. Wer leiht ihm die Kapitalien, wer kauft und verkauft sein Vieh? Juden. Da müssen denn antisemitische Erscheinungen zu Tage treten.“ […] „Die fabrikmäßige Schuhmacherei, die Schneiderei, der Handel mit Kleidern, neuen und alten, die Tuchfabriken etc. liegen mehr oder weniger in den Händen von Juden. Der Jude, der als Großhandeltreibender eine Menge kleiner Handwerker beschäftigt, der als Kapitalist en gros, als Ausbeuter auch auf diesem Gebiete auftritt, muß natürlich auch unter seinen Konkurrenten den Antisemitismus hervorrufen.“ […]

(Quelle: Ursprüngliches Protokoll über die Verhandlungen des Parteitags der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands 22. bis 28. Oktober 1893 in Köln. Das Referat des Parteitages wurde später überarbeitet, wobei in Teilen zu Veränderungen kam. Die originalen Passagen sind auch hier nachlesbar.)

Einige der noch frühen Antikapitalisten wie Charles Fourier, Pierre-Joseph Proudhon, Michail Bakunin, oder Franz Mehringwaren waren auch offen antisemitisch  (Link).

Der Begründer des anarchistischen Sozialismus Michail Bakunin (1814–1876) , auf den sich heutzutage viele Linksextreme beziehen, war offen antisemitisch. Er bezeichnete die jüdische Welt als ausbeuterische Sekte, ein Blutegelvolk, einen einzigen fressenden Parasiten. (Quelle: zitiert nach Max Nettlau: Michael Bakunin. Gesammelte Werke. Band III, Berlin 1924, S. 209) 

Aber kommen wir nun zum Nationalsozialismus. Viele Deutsche halten Antisemitismus für rechts, weil Hitler angeblich ein Rechter gewesen sein soll. Doch war Hitler überhaupt rechts? Nein, er war es nicht und sein Antisemitismus war einfach ein Teil einer antikapitalistischen linken Szene..

Schaut euch zu diesem Punkt folgende Videos an, die eindeutig belegen, dass Hitler ein Linker war:



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