Politik

Wurde der Reichstag von Linken angezündet?

Am 30. Januar 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt.

In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933, also ca. 1 Monat später, setzten wahrscheinlich Linksradikale den Reichstag in Brand, aber warum? Hitler war doch schließlich auch Sozialist? 

Zunächst sei angermerkt, dass nach dem 2. Weltkrieg marxistische Historiker im Osten aber auch im Westen sicherlich bemüht waren, den internationalen Sozialismus so weit wie möglich vom nationalen Sozialismus wegzurücken. In dessen Folge wurden mehrere Unwahrheiten verbreitet, die diesem Zwecke gedient haben. Auf einige der wichtigsten Unwahrheiten möchte ich kurz zusammenfassend eingehen. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich gerne Videos unseres Kanals auf youtube.com/wie24 ansehen, die dies weiter ausführen.

Einige dieser Unwahrheiten nun hier kurz zusammengefasst:

1. Unwahrheit: Die Großindustrie war für Hitlers Aufstieg verantwortlich. Das ist falsch! Die Großindustrie war gegen Hitler und hat ihn kaum unterstützt. Sie reichten sogar 339 Unterschriften gegen ihn ein. Die Gegenseite, die sich für Hitler aussprach, schaften gerade mal 19 Unterschriften aus der Industrie. Seinen Wahlkampf finanzierte Hitler vor allem mit Kleinspenden, Merchandise, Mitgliedsbeiträgen, Zwangsabos und Eintrittsgeldern bei Wahlkampfveranstaltungen.

2. Unwahrheit: Hitler sei Kapitalist gewesen. Das ist flasch! Hitler war Antikapitalist. Er hat es immer wieder gesagt und hat auch antikapitalistische Politik betrieben.  Sein Wirtschaftsmodell war sozialistische Kommandowirtschaft mit planwirtschaftlichen Ansätzen. Das ist links. Er betrieb Umverteilung von oben nach unten und drangsalierte Unternehmer mit extrem hohen Steuern, Vorgaben und Vorschriften. Unternehmen, die mit Hitler nicht einverstanden waren, wurden enteignet, z. B. Fritz Thyssen und Hugo Junkers.

3.  Unwahrheit: Hitler könnte kein Linker gewesen sein, weil er gegen Minderheiten vorging. Das ist falsch! Gerade sozialistische Regime in den letzten 150 Jahren gingen immer wieder gegen Minderheiten vor. In vielen sozialistischen Ländern wurden z. B. Homosexuelle verfolgt. 

4. Die Nationalsozialisten können keine Linken gewesen sein, weil sie gegen Kommunisten vorgingen. Das ist falsch! Die meisten sozialistischen Regime gingen gegen andere linke Gruppen vor, selbst in den eigenen Reihen. Siehe z. B. Russland, als Stalin gegen die Menschewiki, Trotzkisten oder die linken Sozialrevolutionäre vorging. Es hat schließlich einen Grund, warum in den meisten sozialistischen Ländern immer nur eine einzige Partei regiert, mit häufig einem Führer an der Spitze. Andere politische Richtungen, egal ob linke oder rechte, werden unterdrückt und deren Anhänger verfolgt.

5. Hitler sei ein Rechter gewesen, weil ihn Rechte unterstützt hätten. Das ist falsch! Rechte kämpften gegen Hitler. Z. B. hat Hindenburg ihn über viele Monate zu verhindern gesucht. Sehr viel Widerstand war rechts. Z. B. die Gruppe um Stauffenberg.

6. Nationalismus kann niemals links sein. Auch das ist falsch! Zu der damaligen Zeit waren viele Menschen nationalistisch eingestellt. Das war auch ein Grund, warum so viele Menschen aus der SPD zur NSDAP wechselten. Nur weil Marxisten im Allgemeinen das Nationale ablehnen, heißt das nicht, dass andere linke Gruppen ihr Vaterland nicht lieben. Zumindest zu dieser Zeit.

7. Die Nationalsozialisten waren nur anfänglich links, hätten sich dann aber einem linken Flügel (dem Strasserflügel) in der Nacht der langen Messer entledigt. Auch das ist falsch! Gregor Strasser war derjenige, der u. a. 1931 von Unternehmern des Ruhrbergbaus 10.000 Reichsmark monatlich erhielt, um den Sozialismus der NSDAP aufzuweichen. Er war also eher ein Verräter der sozialistischen Idee der Partei. Und sein Bruder Otto Strasser hat vorher wilde Thesen aufgestellt, dass die NSDAP nicht wirklich sozialistisch sei, weil sie kein Großdeutschland mit großdeutscher Einigung wolle und so wie die SPD eine Koalition anstrebe und damit ihre Ziele verliert. Oder dass die NSDSAP nicht gegen die Engländer vorgehen wolle. Oder aus taktischen Gründen dem Bürgertum zu entgegenkommen sei etc. Wenn man überhaupt von einem linken Flügel in der Partei sprechen kann, dann wäre es unter Goebbels, der zu Hitlers zweitem Mann geworden ist. Goebbels bezeichnete sich selbst als Kommunist und sprach davon, dass Lenin gleich hinter Hitler der bedeutendste Mann war. Man kann also sagen, dass sich kein linker Flügel auflöste, sondern eher dass sich der linke Flügel durchsetzte.

Wenn es nach so einigen marxistischen Geschichtsschreibern ginge, kann Hitler angeblich kein Sozialist gewesen sein, weil er  nicht alles genauso machte wie Karl Marx. Man könne angeblich nur Sozialist sein, wenn man alles von Tag eins an so machen würde wie Karl Marx. Dabei scheint es, dass hier nicht genug zwischen nationalem und internationalem Sozialismus unterschieden wird. Marxismus ist nur eine Art des Sozialismus. Selbst viele der heutigen Sozialisten wollen nicht jeden sofort enteignen, sondern wollen es über Steuern regeln. 

So sagt der bekannte Historiker und ehemalige Marxist Dr. Dr. Zitelman: „… ja Adolf Hitler war ein Sozialist, aber ein moderner Sozialist. ” […] „Das ist, was ich die moderne Art des Sozialismus bezeichne, im Kontrast zur traditionellen Art des Sozialismus.” […] „Es ist nicht notwendig, dass der Staat alles besitzt. Man kann es mit Regulierungen, Steuern und und und tun. Und das ist die moderne Form des Sozialismus.”
[…]
Freie Übersetzung ins Deutsche aus einem englischsprachigem Interview auf Youtube: (Quelle)

Oder Prof. Philipp Bagus (Professor für Volkswirtschaftslehre): „Es gibt den internationalen Sozialismus und es gibt den nationalen Sozialismus. Natürlich sind die auch Konkurrenten. Ja, das sind Konkurrenten im eigenen Lager und natürlich hassen die sich. Natürlich töten die sich gegenseitig. Ja, aber es sind eben Sozialisten. Es besteht da ein Kollektivismus. Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Es wird auch zentral geplant. Ja, es gab da 4 oder 5 Jahrespläne, die gemacht wurden für die deutsche Industrie. Die Industrie wird da zentral geplant. Formell bleiben die Unternehmer noch Eigentümer ihrer Unternehmen, aber welche Rohstoffe sie bekommen, und welche Arbeiter sie zugeteilt bekommen, das entscheidet eben der Staat; und was sie produzieren sollen. Das entscheidet der Staat. Wer setzt die Preise so und teilt die Mittel so ein, dass die Produktion dahin geht, was der Staat sagt. D.h. die Unternehmer werden zu Managern des Staates, eigentlich, der vorgibt, was, wie produziert werden soll. Und das ist alles sozialistisch. […] Hitler war links.”
(Quelle)

So jetzt kommen wir aber zu der Frage, warum Linke den Reichstag angezündet haben, obwohl Hitler auch ein Sozialist war.

Bereits 1919 versuchten Linksradikale eine Revolution durchzuführen. Der sogenannte Spartakusaufstand. Linksradikale wollten eine sozialistische Revolution mit Mitteln der Gewalt.  Der Spartakusaufstand wurde dann aber letztendlich von der SPD-Regierung niedergeschlagen. (Bei der Niederschlagung kamen auch die KPD-Gründer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht um, was u. a. die SPD zum Hauptfeind der Kommunisten bzw. der KPD machte.)

Sicherlich war die Befürchtung, seitens der Regierung, groß, dass es zu einer roten Revolution kommt und dann viele Menschen ermordet werden, weil sie nicht zur angeblich richtigen Gesellschaftsschicht oder richtigen Partei gehören oder als sonstige Feinde ausgemacht worden wären (also auch Mitglieder der SPD umgebracht worden wären). Schließlich eiferte die KPD der roten Revolution in Russland nach.

Auch in der Zeit danach schwafelten Kommunisten immer wieder von Umsturz und Revolution, von einer kommunistischen Weltegierung und dem bewaffneten Kampf des Proletariats (eine Art Unterschicht, die nicht so viel besitzt). Das Vorbild war der rücksichtlos geführte Kampf Lenins gegen jegliche Opposition.

1923 z. B. kam es zu einem weiteren (von Moskau unterstützten) Umsturzversuch, der sogenannte „deutsche Oktober“, der dieses Mal von dem Reichspräsidenten Friedrich Ebert (SPD) und dem Reichswehrminister Otto Geßler (die linke DDP – Deutsche Demokratische Partei) niedergeschlagen werden musste, nachdem der Ausnahmezustand über das Reich verhängt wurde. (Quelle)

Deshalb verwundert es nicht, dass der Reichstagsbrand im Februar 1933 von den Nationalsozialisten als Auftakts-Signal zu so einer roten Revolution gewertet und in der Folge auch niedergeschlagen wurde.

Der Reichstag wurde von dem Kommunisten Marinus van der Lubbe gelegt. Dieser wurde in der Nacht von der Polizei verhaftet und hat die Tat gestanden. Eine Mittäterschaft von anderen Kommunisten galt aufgrund der Indizienlage als wahrscheinlich. 

Die Nationalsozialisten machten den Reichstagsbrand dann zum Anlass, gegen die Kommunisten vorzugehen. Sie wollten sich die neu erworbene Macht nicht gleich nehmen lassen. 

Goebbels schrieb in seinem Tagebuch am 27. Februar 1933: 
***
„Um 9 Uhr kommt der Führer zum Abendessen. Wir machen Musik und erzählen. Plötzlich ein Anruf von Dr. Hanfstaengl: »Der Reichstag brennt !«  Ich halte das für eine tolle Phantasiemeldung und weigere mich, dem Führer davon Mitteilung zu
machen. Ich orientiere mich nach allen Seiten und erhalte dann die furchtbare Bestätigung : es stimmt. Lichterloh schlagen die Flammen aus der großen Kuppel. Brandstiftung ! Ich benachrichtige gleich den Führer, und dann rasen wir im 100-km-Tempo die Charlottenburger Chaussee herunter zum Reichstag. Das ganze Gebäude steht in Flammen. […] Es besteht kein Zweifel, daß die Kommune hier einen letzten Versuch unternimmt, durch Brand und Terror Verwirrung zu stiften, um so in der allgemeinen Panik die Macht an sich zu reißen.  […] Die kommunistischen Funktionäre werden in der Nacht dingfest gemacht. Die S.A. wird alarmiert, um für jeden Eventualfall bereitzustehen.  […] Die K.P.D. soll sich getäuscht haben. Sie glaubt uns zu stürzen,
in Wirklichkeit hat sie sich selbst den Todesstoß versetzt.”

***
Herausgeber der Tagebücher ist das renommierte Institut für Zeitgeschichte. Die Goebbels-Tagebücher werden von Historikern einhellig als authentisch bestätigt. Goebbels hat die Tagebücher privat für sich geschrieben und deshalb ist davon auszugehen, dass die Erzählung aus marxistischen Kreisen, der Brand sei selbst von den Nationalsozialisten gelegt worden, abwegig ist. In den Tagebüchern von Goebbels kann man übrigens eindeutig sehen, wie linksextrem die Gedankenwelt von Goebbels war (vor und nach 33). 

Die Nationalsozialisten gingen in der Zeit nach dem Reichstagsbrand brutal gegen Kommunisten vor. Bis 1935 sollen etwa 2000 Kommunisten ermordet worden sein (Quelle). Die Nationalsozialisten wollten jegliche Möglichkeit des Machtverlustes entgegentreten. Ein solches Vorgehen gegen andere linke Gruppen war kein Alleinstellungsmerkmal der Nationalsozialisten. Es kam auch bei anderen linken Regimen vor, die konkurrierende Linke verfolgten. 

Fazit: Der Grund, warum Linke den Reichstag in Brand gesetzt haben, war sicherlich, dass sie eine Revolution durchführen wollten, die nicht auf dem nationalen Sozialismus, sondern auf dem internationalen Sozialismus basiert. Der nationale Sozialismus möchte erst den Sozialismus im eigenen Land aufbauen, bevor er sich international verknüpft, und der internationale Sozialismus möchte sozialistische Parteien international verbinden, um dann gegen den Kapitalismus loszuschlagen. Dies ist ein kleiner Unterschied, aber so wie wir in der Geschichte feststellen können, haben sich Gruppen schon immer wegen kleiner Unterschiede gegenseitig bekämpft. Protestanten gegen Katholiken, Suniten gegen Schiiten, Trotzkisten gegen Stalinisten,  die KPD gegen die SPD. Die Idee des Nationalen unterschied sich nicht sehr vom internationalen Sozialismus, dem Marxismus. Vertreter beider Anschauungen standen  sich zwar feindlich gegenüber, jedoch wollten beide Sozialismus.  Hitler wollte Sozialismus, erstmal nur für sein eigenes Volk, bevor der internationale Sozialismus kommt. So sagte Hitler: „So wird es auch beim Sozialismus der Völker kommen. Jedes Volk bleibt selbständig. Es gibt nur so viel von seiner Souveränität an die Gemeinschaft, an die Selbstverwaltungsorganisation, an den Weltstaat, ab, als notwendig ist, um ihm die Durchführung der im Interesse aller und jedes einzelnen liegenden Aufgaben zu ermöglichen. Aber vorher muss erst der nationale Sozialismus kommen.”

Anmerkung: Lasst es uns besser machen und die Gesellschaft nicht spalten. Lasst uns auf unsere angeblichen Feinde mit Liebe und Verständnis reagieren. In jedem Bösen gibt es auch das Gute. Wir müssen alle einsehen, dass jeder sich bei gewissen Umständen zum Bösen hin triggern lässt, vor allem dann, wenn man selbst meint, für eine angeblich gute Sache zu kämpfen. Auch Nationalsozialisten dachten, sie kämpften gegen böse internationale kapitalistische Mächte. Sie dachten, so wie Karl Marx auch, dass man den Kapitalismus aus bestimmten Bevölkerungskreisen entfernen müsste. Ja, auch Karl Marx war heftigster Antisemit und durch ihn wurden sicherlich viele zu Antisemiten.  Eventuell sogar Hitler selbst. 

Lasst uns deshalb lieber das Gute im Menschen sehen und das Schlechte ignorieren. Auch wenn wir Konservative von Linken in Diskussionen  harsch angegangen werden, können wir trotzdem sachlich und warmherzig reagieren. Wir müssen letztendlich durchdringen und nicht einfach nur zu überwältigen versuchen. Wir müssen uns dem Hass nicht hingeben, der so viele Menschenleben zerstört hat. Und falls wir mal nicht durchdringen, können wir uns zumindest selbst und Gleichgesinnte dazu bringen, die Richtigen wählen zu gehen. 



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