Gesundheit

Wie gefährlich ist Sonnencreme?

Ob die chemischen Inhaltsstoffe in Sonnencremes schädlich sind ist umstritten. Die meisten Studien gehen nicht davon aus und betonen den Nutzen einer Sonnencreme. Abgesehen von allergischen und hormonellen Reaktionen seien die Inhaltsstoffe in den chemischen Sonnenschutzfiltern unbedenklich. 

Hautkrebserkrankungen haben sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht

Fälle von Hautkrebs sind in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen  (Quelle Grafik Wikipedia). Hautkrebs liegt mittlerweile auf Platz 2 der häufigsten Krebsarten in Deutschland (Quelle: Robert Koch Institut).

Dies könnte aber auch daran liegen, dass bei Vorsorgeuntersuchungen deutlich häufiger nach Hautkrebs gesucht wird. So zeigt diese Wikipedia-Grafik auch, dass weniger Menschen an Hautkrebs sterben als noch vor einigen Jahrzehnten. 

Sonne kann vor Krankheiten und ggf. auch vor Hautkrebs schützen

Verblüffend ist, dass Krebspatienten die zusätzliche Gabe von Vitamin D half, wie der Focus berichtet (hier).
Das könnte dafür sprechen, dass Sonnenstrahlung in begrenzter Menge Krebs sogar verhindert (Vitamin D entsteht in unserem Körper hauptsächlich durch Sonneneinstrahlung). Hierzu auch diese engl. Studie, veröffentlicht im Journal of the National Cancer Institute. 

Arbeiter, die häufiger der Sonne ausgesetzt sind, haben ein geringeres Risiko an gefährlichem Hautkrebs zu erkranken; dies ergab eine Analyse mehrerer Studien (hier).

Gefährlich scheinen eher Sonnenbrände zu sein. Daher kann man annehmen, dass vermehrter Aufenthalt in Büroräumen mit wenig Sonne das Hautkrebsrisiko steigert. Diese Büro-Menschen sind Sonne nicht gewohnt und ihre Haut auf plötzlich verstärkte Sonneneinstrahlung nicht vorbereitet (z. B. im Urlaub am Meer).

Das Fehlen von Vitamin D (aufgrund von zu wenig Sonne) kann ebenfalls ein Faktor sein, so dass häufiger Hautkrebs entsteht. Vitamin D ist gut für den Körper und unser Immunsystem, wie zahlreiche Studien bestätigen (siehe hier). Ein gestärkter Körper und ein gutes Immunsystem helfen dabei, Krebs zu vermeiden (mehr Info). Vor allem wenn die Sonne in einem Winkel von über 45 Grad steht (also eher die Mittagssonne), dringt vermehrt UV-B-Strahlung durch, die dann eher für die Vitamin D-Produktion zuständig ist. Es empfiehlt sich also zu Mittag einen kurzen Spaziergang zu machen, wobei man so viel Hautfläche wie möglich frei macht.

Sonnenbrände sind gefährlich

Sicher ist, dass zu viel Sonne die Haut schädigt. Z. B. kann Sonnenbrand Schädigungen im Erbgut der Haut verursachen. Daher ist es an sonnigen Tagen besser, sich im Schatten aufzuhalten und Sonnen-Kleidung zu tragen (Hut, T-Shirt etc.). Auch sollte man bei einem längeren Aufenthalt in der Sonne Sonnencreme benutzen. Selbst eine stark gebräunte Haut ist kein Schutz vor Hautschäden.

Eventuell sind Bio-Sonnencremes die bessere Wahl, wenn man auf die negativen Eigenschaften von chemischen Sonnencremes verzichten möchte. Erkundigen Sie sich zu den Inhaltsstoffen und treffen Sie eine informierte Entscheidung. 

Sonnencreme selbst herstellen

Sonnencreme kann man selbst herstellen. Ein Rezept von z. B.  zentrum-fuer-gesundheit.de könnte unter Umständen die richtige Wahl sein. 

Der Sonnenschutz kommt dann hauptsächlich durch das Zinkoxid zustande. Achten Sie darauf, dass das Zinkoxid nicht in Form von Nano-Partikeln vorliegt. Fragen Sie einfach den Verkäufer oder Apotheker. Wenn Sie sich eincremen sollten Sie ziemlich weiß aussehen (dann ist es das richtige Zinkoxid). So dringen diese Teilchen nicht durch die Haut in den Körper ein, wo sie unter Umständen freie Radikale bilden oder anderweitig den Körper belasten. 

Sonnenschutz durch Ernährung

Durch rote Früchte und Gemüse (z. B. Karotten, Tomaten, rote Grapefruit oder rote Paprika) kann man einen leichten Sonnenschutz (jedoch maximal LSF 3-4) erreichen. Siehe diesen Artikel im Focus. Außerdem helfen die Radikalfänger in Obst und Gemüse dem ganzen Körper, also auch der Haut.

Fazit und Schlussbemerkungen

Vermeiden Sie die Sonne nicht ganz. Sonne erzeugt in unserem Körper Vitamin D. Berichte deuten darauf hin, dass Vitamin D ein Schutz vor Hautkrebs sein könnte. Bei sehr kurzem Aufenthalt in der Sonne sollten Sie daher keine Sonnencreme oder Kosmetika mit Lichtschutzfaktor verwenden. Gehen Sie auch häufiger in die Sonne (z. B. tägliche kurze Spaziergänge). Dies regt die Vitamin-D-Produktion an.

Übertreiben Sie es nicht mit der Sonne. Zu lange Sonnenbestrahlung und vor allem Sonnenbrände können Hautkrebs verursachen. Vermeiden Sie eine zu hohe Sonnenbestrahlung.

Gehen Sie nie zu lange am Stück in die Sonne, auch wenn sie Sonnencreme haben nicht.

Tipps zum Eincremen:
Es gibt eventuell immer wieder Stellen am Körper, die man einzucremen vergisst. Achten Sie also darauf. Cremen Sie sich regelmäßig und nach jedem Aufenthalt im Wasser neu ein. Selbst wasserfeste Sonnencremes reiben sich am Handtuch ab.

Sonnencremes belasten das Ökosystem der Meere. Wenn Sie der Umwelt etwas Gutes tun möchten, vermeiden Sie einen zu langen Aufenthalt am Meer.