Gesundheit

Vitamin C – Hilfe bei Viren und Infektionen – Eine Metaanalyse

Kann Vitamin C bei einer Virusinfektionen helfen?

Hierzu könnte die Metaanalyse* von Harri Hemilä (Fachbereich öffentliche Gesundheit der Universität Helsinki in Finnland) Aufschluss geben. 
 
Vitamin C gegen Viren

Wichtige Kernerkenntnisse der Metaanalyse**: 

  • Studien an Tieren und Menschen deuten darauf hin, dass Vitamin C bakterielle und virusbedingte Erkrankungen lindern und vorbeugen könnte.  Einige der Studien zeigten einen signifikanten Nutzen. 
  • Regelmäßig verabreichte Dosen von Vitamin C hat die Dauer von Erkältungen reduziert, was auf einen biologischen Effekt hinweist. 
  • Menschen mit einer Infektionen haben einen höheren Vitamin C Bedarf. Man kann während einer Infektion die sinkende Vitamin C-Ausscheidung im Urin messen, was darauf hinweist, dass der Körper bei einer Infektion einen erhöhten Vitamin C-Bedarf hat. 
  • Laut einer Studie bewirkte die Gabe von Vitamin C in der Höhe von 6 Gramm/täglich, dass sich bei einer Erkältung die Anzahl der weißen Blutkörperchen stabilisiert. (Weiße Blutkörperchen spielen eine tragende Rolle bei der Immunabwehr.) 
  • Weiße Blutkörperchen haben 10 mal mehr Vitamin C als das umgebene Blutplasma, was auf die wichtige Rolle von Vitamin C hinweisen könnte. 
  • Vitamin C hat in Laboruntersuchungen gezeigt, dass es die Produktion von Interferone beeinflusst (dies sind Eiweiße die eine immun-stimulierende Wirkung haben, vor allem eine Wirkung geben Viren und Krebs).
  • Vitamin C schränkt, Untersuchungen zufolge, die Verbreitung von Viren ein und unterstützt T-Zellen bei der Reifung (T-Zellen sind eine spezielle Gruppe von weißen Blutkörperchen, die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen)
  • Berichten zufolge, wirkt sich die Gabe von Vitamin C bei Infektionen positiv auf die Sterberate aus.
  • Eine britische Studie konnte belegen, dass Vitamin C die Dauer einer Erkältung um mehr als die Hälfte reduzierten vermochte (bei Personen mit einem Vitamin C-Mangel).
  • Der Nobelpreisgewinner Linus Pauling konnte nach einer Untersuchung bestätigen, dass Vitamin C die Häufigkeit und Dauer einer Erkältung vermindern konnte. Pauling konnte dem Vitamin C somit seinen Nutzen attestieren. 5 spätere Placebo-kontrollierte Studien bestätigten die Hypothese von Pauling, dass Vitamin C bei Erkältungen hilft. 
  • Es gibt Studien, die einen größeren Nutzen für spezielle Gruppe aufzeigte z. B. Kinder, Männer,  physisch gestresste Menschen, Menschen mit Vitamin C Mangel etc..
  • Einigen Berichten zufolge, solle man sogar über 15 Gramm Vitamin C täglich verabreichen, um Erkältungen zu behandeln. 
  • Andere Stoffe in vitamin-c-reicher Ernährung (z. B. Früchte) könnten auch einen positiven Einfluss haben, indem sie zusammen mit dem Vitamin C wirken.
  • Negative Resultate bei Studien können eventuell darauf zurückzuführen sein, dass zu kleine Dosen oder Vitamin C zu kurz genommen wurden oder das die Kontrollgruppe auch Vitamin C zu sich nahm.
  • Einige Studien, die keinen besonderen Effekt attestieren konnten, wurden unsauber geführt und enthielten Fehler oder hatten Teilnehmer, die keiner Risikogruppe angehörten (also ohnehin eher gesund waren). 
  • Zwei randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie zeigten, dass Vitamin C womöglich positive Effekte bei Lungenentzündung haben kann. 
  • Mehrere andere Studien weisen auch auf positive Effekte bei Lungenentzündung hin. 
  • Eine Studie zeigte, dass die Kombination von Vitamin C Präparaten mit Vitamin E schädliche Auswirkungen hatte (diese sollten daher nicht zusammen genommen werden).
  • Das medizinisches Establishment zeigte sich voreingenommen gegenüber Vitamin C, was womöglich dazu geführt hat, dass das Interesse an Vitamin-C abnahm.

Schlussbemerkung: 
Vitamin C hat kaum Nebenwirkungen und ist relativ günstig zu haben. Natürliche Quellen (wie Obst und Gemüse) sollten ohnehin auf dem Speiseplan stehen, vor allem aus biologischem Anbau. Einen Nutzen für das Immunsystem streitet hier kaum jemand ab. Einige der besten Vitamin-C-Quellen***:

  1. Acerola (1.677,6 mg / je 100 g)
  2. Guave (228,3 mg / 100 g)
  3. Gelbe Paprika (183,5 mg / 100 g)
  4. Grüne Paprika (142,5 mg / 100 g)
  5. Rote Paprika (127,7 mg /100 g)
  6. Kiwi (92,7 mg / 100 g)
  7. Litschi (71,5 mg / 100 g)
  8. Kohlrabi (62 mg / 100 g)
  9. Erdbeeren (58,8 mg / 100 g)
  10. Orange (53,2 mg / je 100 g)
  11. Zitrone geschält (53 mg / je 100 g)
  12. Ananas (47,8 mg / 100 g)
  13. Grüne Erbsen (40 mg / 100 g)
  14. Grapefruit (31,2 mg / je 100 g)
  15. Passionsfrucht / Maracuja (30 mg / 100 g)
  16. Himbeeren (26,2 mg / 100 g)
  17. Tomatensaft (18,3 mg /100 g)
  18. Apfel (3  mg -24 mg / 100 g – bezüglich dieser Tabelle)
  19. Radieschen (14,8 mg /  100 mg)
  20. Sauerkraut (14,7 mg / 100 g)
  21. Granatapfel (10,2 mg / 100 g)
  22. Kirschen (10 mg / 100 g)
  23. Heidelbeeren / Blaubeeren (9,7 mg / 100 g)
  24. Kartoffeln gekocht (9,6 mg /100 g)
  25. Pflaumen (9,5 mg / 100 g)
  26. Gartensalat (9,2 mg / 100 g)
  27. Banane (8,7 mg / je 100 g)
  28. Wassermelone (8,1 mg / 100 g)
  29. Haselnüsse (6,3 mg / 100 g)

Rosenkohl hat 85 mg Vitamin C und Blumenkohl 48,2 mg auf 100 g, jedoch reduziert sich dieser Gehalt stark nach dem kochen. Günstiger hier wäre, wenn man das Gemüse nur dünstet. Auch sonst sollte man Früchte und Gemüse keinen hohen Temperaturen aussetzen und auch nicht zu lange lagern. Dadurch reduziert sich der Vitamin C-Gehalt. 

Anmerkung: Man kann davon ausgehen, dass das Vitamin C bei Obst und Gemüse eher als Vitamin-C-Komplex zur Verfügung steht und so in manchen Situationen besser wirken kann.  In einigen Fällen könnte aber auch eine Vitamin C-Infusion angezeigt sein.  Um zu erfahren, wer eine Infusion in Ihrer Nähe anbietet, können Sie in der Google-Suche die Schlagworte: „Vitamin C Infusion (Ihre  Stadt)“ eingeben, wobei (Ihre Stadt) der Namen einer  größeren Stadt in Ihrer Nähe eingetragen wird.  Informieren Sie sich auch über die Risiken einer solchen Infusion. 

Viele Erfolg und bleiben Sie gesund. 

* Quelle der Metaanalyse: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5409678/
** Aus dem Englischen.  Enthält erklärende Anmerkungen unsererseits. Alle Angaben ohne Gewähr.
*** Quelle der Vitaminangaben: USDA