Wohlbefinden

Metaanalyse: Kein chemisches Ungleichgewicht bei Depression

Chemisches Ungleichgewicht im Gehirn bei Depression
Eine Metaanalyse (Untersuchung, die bisherige Studien statistische auswertet und zusammenfasst) kommt zu dem Schluss, dass es bei depressiven Menschen keinen evidenzbasierten Zusammenhang zwischen Depressionen und einem chemischen Ungleichgewicht im Gehirn besteht.

Die im renommierten Wissenschaftsmagazin NATURE publizierte Metaanalyse (Link) gibt auch an, dass ein künstlich hervorgebrachter niedriger Serotoninstand keine Depression auslöst. Die Wissenschaftler fanden gegenteilige Hinweise dafür,  dass verschriebene Antidepressiva negative Langzeit-Effekte auf die Gehirnchemie haben können. 

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Dr. Joanna Moncrieff (Dozentin für Psychiatrie am University College London und Fachärztin für Psychiatrie) geht sogar so weit zu sagen, dass keine psychische Störung auf ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn zurückzuführen sei. (Quelle)

Der Medizinanthropologe Dr. James Davies erklärt, dass die Theorie, ein angeblich chemisches Ungleichgewichts mit Medikamenten  beheben zu können, von der Pharmaindustrie hervorgebracht wurde. Die Pharmaindustrie investierte Milliarden, um die unbelegte Theorie des chemischen Ungleichgewichts im Gehirn als Marketingstrategie bei Ärzten einzusetzen. So sei dann der Eindruck entstanden, dass es sich um eine legitime Theorie handelt. (Quelle)

Ein besonders kritischer Gesichtspunkt hierbei ist, dass Psychiater Kindern aufgrund einer ähnlichen Ungleichgewichts-Theorie, jahrelang Methylphenidat gegen ADHS verschrieben. Auch hier gibt es Hinweise auf Schädigungen im Gehirn und Fehlentwicklungen durch die Behandlung mit ADHS-Medikamenten (Studie, Link, Link).